Die Anfänge der Beatles [Blindhören]

22:52 Jenny Karpe 0 Comments

„Viele Leute fragen, was sind Beatles? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Nun denn, wir werden es Ihnen sagen. Der Name ist in einer Vision gekommen – ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Vom heutigen Tag an seid ihr Beatles, mit einem «A»‘. ‚Vielen Dank, Herr Mann‘, sagten sie und dankten ihm damit.“
– John Lennon: Mersey Beat, 1961
Bildquelle


2015.
Ein Weihnachtsgeschenk für alle Musikfans: Die komplette Diskografie der Beatles ist auf fast allen Streamingportalen verfügbar.
Meine Eltern mögen die Beatles nicht sonderlich, und ich habe (wie ihr wisst) einen Großteil meines Geschmacks von ihnen. Eine halbe Dokumentation habe ich mal gesehen, Yesterday und Yellow Submarine musste ich im Musikunterricht brav mitsingen. Aber eine wirklich Ahnung von den Beatles habe ich nicht.
Darum gibt es heute ein erneutes Blindhören. Natürlich schaffe ich nicht die komplette Diskografie auf einmal, darum schmeiße ich gleich einfach das erste Album an und lese mich derweil in die Materie ein. Die spannendsten Fakten versuche ich, euch hier zusammenzutragen. Wie immer wird es etwas strukturlos, aber hoffentlich witzig.
Dann mal los!

12.48 Uhr.
Heute befassen wir uns mit den vier ersten Alben:

1963: Please Please Me
1963: With the Beatles
1964: A Hard Day’s Night
1964: Beatles for Sale

Die Geschichte der Beatles beginnt eigentlich lange vor den ersten Alben (wer hätte es gedacht), allerdings werden wir das überspringen. Stattdessen möchte ich mich ausnahmsweise fast nur auf die Musik an sich konzentrieren, ihre Entstehung und den Einfluss auf nachfolgende Musiker. Während ich den Artikel schreibe, spielen die Alben, und ich werde einzelne Stücke kommentieren.

"Please Please me" (1963) spielt bereits, während ich Fakten dazu stöbere. Die Beatles sind vor der Aufnahme schon viel mit dem Stücken aufgetreten, darum konnte das gesamte Album innerhalb von 13 Stunden aufgenommen werden.
Sechs der Songs sind Coverversionen und insgesamt vier wurden den Single-Auskopplungen entnommen und mussten deshalb nicht neu aufgenommen werden.
Ich merke, wie ich bei Misery mit dem Kopf wippe.
In Deutschland hieß die Scheibe übrigens zunächst "Die Zentrale Tanzschaffe der weltberühmten Vier aus Liverpool".
Warum nicht.

Man kann es gar nicht anders sagen - die Beatles waren unfassbar produktiv. Auf ein Album von Depeche Mode muss man im Schnitt vier Jahre warten.
Allerdings fällt mir schon jetzt auf, dass ihre Lieder recht kurz sind - kaum länger als zweieinhalb Minuten. Das verlangt nach einer Google-Suchanfrage!
Ich stoße auf eine Liste aller Beatles-Songs, die mir keine Antworten liefert.
Ich finde heraus, dass der kürzeste Song 23 Sekunden lang ist (bei Spotify 26) und die ersten Konzerte im Durchschnitt 28 Minuten lang waren.


Aber eine richtige Antwort finde ich nicht, ohne die Seite 1 der Google-Suchergebnisse zu verlassen (und das will ja keiner). Stattdessen frage ich meine Follower in allerfeinstem Englisch.

12.58 Uhr.

Bei der Gelegenheit finde ich folgenden Tweet und muss lachen. Ich nehme mir vor, bis auf Punkt 2 keinen der Punkte zu erfüllen.

Mittlerweile ist das erste Album fast durchgehört. Früher wäre vermutlich der absolute Beatles-Fan geworden, ich kann den Hype absolut verstehen.
Oh! Den Song kenne ich sogar, Love Me Do.
Vielleicht steckt das Geheimnis der Beatles einfach in den simplen Texten.
Okay, Rätsel gelüftet, Ende des Artikels.

13.10 Uhr.
Okay. Scherz.
Der User @FruitMeister antwortet auf meinen Hilferuf "normal length for the day I guess. Better than the overly lengthily drivel we are fed nowadays."
Wir machen es uns mit den Antworten aber einfach heute.

Zeit für ein bisschen Statistik, während mir Baby It's You ins Ohr schallallat.

Anzahl der Beatles-Singles, die Platz 1 erreichten: 20
Anzahl der Wochen, die Beatles-Alben insgesamt auf Platz 1 standen: 147
Anzahl der Personen, die als „Fünfter Beatle“ gehandelt wurden (u. a. Pete Best, Eric Clapton, Yoko Ono): 28
– Quelle: Focus

Laut Musikexpress (Ausgabe04/2014) ist der fünfteste Beatle übrigens George Martin. (Nein, nicht der Sänger von Coldplay. Der Produzent der Beatles).

Oh, Do You Want To Know A Secret kenne ich auch. Das gefällt mir sehr gut, vom Rhythmus (und weil es nicht sofort um Liebe geht, sondern witzig-satirisch klingt).
Mittlerweile bekomme ich das Gefühl, dass die Songs gerade richtig durchstarten und dann aufhören, als wären sie nur angeteasert worden. Das ist extrem ungewohnt für mich.

13:20 Uhr.
Die Beatles sind so bekannt, mir fällt mit Sicherheit kein Wortwitz ein, der noch nicht gebracht wurde. (Help!)

"Please Please Me" ist zu Ende, und ich fand es absolut hörenswert, obwohl in meinen Ohren (noch?) alles ähnlich klingt. Weiter geht es mit "With The Beatles". Gleich der erste Song gefällt mir richtig gut, vor allem zu Beginn. Im Songtext ist fast eine Art Wortspiel mit "be long" und "belong", so etwas hält mich zusätzlich bei Laune.


13:35 Uhr.
Wusstet ihr, dass Ringo das japanische Wort für Apfel ist?

13:37 Uhr.
Jetzt habe ich auch eine Ahnung, woher das Neo Magazin Royale immer die Musik für den Beefträger hernimmt. Please Mister Postman klingt zumindest sehr ähnlich.

13:41 Uhr.
"With The Beatles" (1963) ist übrigens das zweite Studioalbum. Wie auch bei "Please Please Me" gibt es neben eigenen Stücken auch bewährte Coveraufnahmen, die live bereits gut funktioniert haben.
Es ist faszinierend, dass die Beatles ihre Erfolge schon feierten, bevor das erste Album draußen war, dafür fallen mir aus heutiger Sicht wenige aktuelle Beispiele ein.
Bei mir klingelt aber etwas - war das bei den BeeGees nicht genau so?

Das Problem dieses Artikels ist eigentlich nicht, dass ich keine Ahnung von den Beatles habe. Vielmehr habe ich ein wenig Schiss davor, diese Alben zu reviewen - viele kennen sie ja schon, viele sind alteingesessene Fans. Übrigens habe ich seit über einer Stunde einen hartnäckigen Ohrwurm von
SHE LOVES ME, YEAH, YEAH, YEAH!

13:59 Uhr.
Huch, A Hard Day's Night kenne ich auch. Wir beginnen mit dem gleichnamigen Album und gelangen in das Jahr 1964. Es handelt sich um die Filmmusik zu "Yeah Yeah Yeah" (deutscher Kinotitel). Im Mittelpunkt stehen - wer hätte es gedacht - die Beatles.


14:01 Uhr.
Ich grabe immer noch nach einem Witz, allerdings würde das Punkt 5 der Liste von oben widersprechen. Aber vielleicht bringe ich heimlich einen unter. Der ist dann sicherlich unterirdischer als die Yell--- nein. Nein.
Nein.

14:04 Uhr.
„Yeah Yeah Yeah“ der Beatles ein Paradebeispiel für westliche Beatmusik: „Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, […] sollte man doch Schluss machen.“
– Walter Ulbricht, 1965, Ankündigung des Verbots westlicher Beatmusik auf dem XI. Plenum des ZK der SED
Hach ja. Sicherlich.

Zum ersten Mal gibt es auf diesem Album keine einzige Coverversion, sondern nur Eigenkompositionen von Lennon und McCartney.
Apropos Cover - die erste Reihe der kleinen Bilder zeigt John Lennon, die zweite George Harrison, die dritte Paul McCartney und die vierte Ringo Starr.

14:26 Uhr.
Ich unterbreche das Durchhören der Alben für einen Ohrwurm. Es geht gerade nicht anders.



22:07 Uhr.
Ja, es ist spät geworden. Irgendwann haben sich Kopfschmerzen eingeschlichen, die ich nicht unbedingt den Beatles zuschieben will.
Die vierte und letzte Platte für diesen Post beginnt gerade, "Beatles for sale" von 1964.
No Reply kommt mir auch bekannt vor, hier gefallen mir die Stimmen besonders gut, besonders im "Refrain".


22:11 Uhr.
Auch dieses Album wurde recht flott aufgenommen, die Beatles waren damals nämlich ziemlich im Stress und wurden von Interview zu Interview geschickt. 6 der 14 Songs stammen nicht aus der Feder von McCartney und Lennon.

21:13 Uhr.
Während Baby's In Black spielt, lese ich zufällig, dass dieser Song ein absoluter Dauerbrenner auf den Konzerten war, selbst am Ende ihrer Live-Karriere. Mich haut er null vom Hocker, aber vielleicht liegt es an den Songtexten ... oder der Zeit.

22:22 Uhr.
Ich mag das Cover.
Das von "A Hard Day's Night" hat mir auch gefallen, am Besten ohne den Schriftzug obendran.

21:30 Uhr.
Okay, jetzt habe ich tatsächlich mehr auf die Lyrics geachtet als eben. (Wenn man nebenbei bloggt ist es recht schwer, sich darauf zu konzentrieren. Bei den Beatles ist ja zum Glück viel Wiederholung in den Zeilen). Mir ist aufgefallen, dass "Beatles for Sale" wesentlich mehr düstere Texte Platz gefunden haben, mit einigen Ausnahmen natürlich. 

22:41 Uhr.
Mit Everybody Trying To Be My Baby endet diese Scheibe - und irgendwie lässt sie mich etwas enttäuscht zurück. Die übrigen drei Alben haben mir alle besser gefallen.










Folgenden Alben widmen wir uns in den nächsten Teilen dieser Serie:

1965: Help!
1965: Rubber Soul
1966: Revolver
1967: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band
1967: Magical Mystery Tour
1968: The Beatles
1969: Yellow Submarine
1969: Abbey Road
1970: Let It Be

Bis dahin!

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Bloß nichts vergessen! Mein Musikjahr 2015

14:00 Jenny Karpe 4 Comments

2015.
Spotify, Last.FM und Co. erzählen einem am Ende des Jahres, wie toll doch die gemeinsame Zeit war. Die wohl bekannteste (und gestalterisch ansprechendste) Statistik erstellt meiner Meinung nach Spotify. Da ich seit Januar 2015 einen Plattenspieler habe, repräsentiert deren Rückblick allerdings nicht alles. Darum erledige ich das jetzt selbst.

DiKategorien


52+ Tage volle Dröhnung
Top-Titel
Top-Künstler
Top-Alben
Die Vinyl-Statistik
Überraschendes
Worst Of 2015
Vorfreude auf 2016



52+ Tage volle Dröhnung


Spotify sagt, ich hätte in knapp 75.000 Minuten 5.200 verschiedene Songs von 2.054 Künstlern angehört. Insgesamt wären das circa 52 volle Tage.
Da ich seit Ende Oktober Spotify Premium habe, gilt diese Statistik nicht ganz - vom neuen Account konnte ich keine Daten einsehen.
Hinzu kommen noch ein paar Stunden iTunes (gekaufte Alben haben damit schließlich eine höhere Qualität als Spotify), MP3-Player, CDs im Auto, CDs in meiner Stereoanlage, YouTube-Musikvideos und mein beinahe vollkommen internetresistenter Plattenspieler.
Musik lief also eigentlich immer.

Top-Titel


Spotify sagt, meine Top Titel wären folgende:
  1. Warm von SG Lewis
  2. Forrest von DAT ADAM
  3. Why iii love the moon von Phony Ppl
  4. My Boogie von Trauma
  5. Origami von Capital Cities
Last.FM unterschreibt diese Liste, vertauscht allerdings die ersten beiden Plätze.
Einmal abgesehen davon, dass ich mich - wenn ich den Namen so lese - nicht an My Boogie erinnern kann, hat ein ganz anderer Song mein Herz am meisten erwärmt. Das ist nämlich My Type von Saint Motel. Der lief vor allem in meinem Auto rauf und runter.


Übrigens habe ich gerade in meinem alten Nicht-Premium-Account gegraben: My Boogie liegt in meiner Hauptplaylist einfach zwischen meinen anderen beiden liebsten Sommersongs. Da ist es klar, dass ich den häufiger höre, hihi.


Andere Titel, die dieses Jahr geprägt haben:

OM von Bilderbuch, Games People Play von The Alan Parsons Project, Tango In The Night von Fleetwod Mac, Kein Mensch mehr von Fabian Römer, Two Orbits von Fewjar, More Than A Miracle von MNEK, True Survivor von David Hasselhoff, (OO) von Rone, Lean On von Major Lazer (ein CHART-Hit, wow!) und State Of The Art von Gotye. Das sind zumindest die Songs, die mir auf Anhieb einfallen.
Ich habe sie euch in eine Playlist gepackt (keine Angst, die beginnt nur so ruhig). Größtenteils soll sie gute Laune machen, mit Warm und Why iii love the moon sind aber auch zwei Runterkommenlasser eingebaut.



Top-Künstler


Spotify sagt Cro. Ich sage, dass das gar nicht sein kann und tue ganz unschuldig.
Meine Top-Künstler laut Spotify:
  1. Fabian Römer
  2. Schiller
  3. DAT ADAM
  4. Cro
  5. Fleetwood Mac
Wenn wir über die Sache mit der Pandamaske mal hinwegsehen (die MTV Unplugged-Sessions haben mir nun einmal gefallen, pfui!) ist Schiller ohnehin offensichtlich gewesen, den höre ich ja fast immer, wenn ich runterkommen, schreiben oder schlafen möchte.


Die EP von DAT ADAM lief im Sommer zwischenzeitlich auf Dauerschleife, tagelang. Und - sorry - die ist auch einfach geil.
Mithilfe von Last.FM habe ich mir eine akkuratere Liste zusammengeklaut erstellt.
  1. Schiller (634 Scrobbels)
  2. Fabian Römer (550)
  3. The Alan Parsons Project (400)
  4. Bilderbuch (338)
  5. Hot Chip (334)
  6. Fewjar (308)
  7. DAT ADAM (296)
  8. Fleetwood Mac (277)
  9. Phony Ppl (228)
  10. Bonobo (190)
  11. Cro (183) <-- Sieht gar nicht mehr so mächtig aus!
Des Weiteren möchte ich an dieser Stelle einige Neuentdeckungen (= Künstler, die ich 2014 leider noch nicht kannte) küren, die da wären:

  1. Floating Points mit seiner Elaenia EP (hier auf Spotify) [Klassik, Techno, House]
  2. Kim Churchill mit Silence/Win (Spotify) [Singer-Songwriter, Pop]
  3. Phony Ppl mit Yesterday's Tommorow (Spotify) [Keine Ahnung, was das für ein Genre ist!]
  4. ODESZA mit In Return (Spotify) [Electro, Dance, Ambient]
  5. Saint Motel mit der My Type EP (Spotify) [80s Synthie auf neu, Funk?]
  6. Käptn Peng und die Tentakel von Delphi (Spotify) [Intelligenter Deutschrap]
  7. Kodak to Graph mit ISA (Spotify) [Ambient, Elektro]
  8. MITCH MURDER. Hört den Mann! [Modern 80s]

Top-Alben


Kurz und schmerzlos:
  1. Chrome von DAT ADAM
  2. Kalenderblätter von Fabian Römer
  3. Tango In The Night von Fleetwood Mac
  4. Yesterday's Tomorrow von Phony Ppl
  5. SCHICK SCHOCK von Bilderbuch
  6. Weltreise von Schiller
  7. MTV Unplugged von Cro
  8. Krawalle und Liebe von Neodisco
  9. Silence/Win von Kim Churchill
  10. How To Train Your Dragon OST von John Powell
Persönliches Album des Jahres ist eindeutig SCHICK SCHOCK von Bilderbuch. Liebste EP war Indigo von Fewjar.

Die Vinyl-Statistik


2015 habe ich 159 Schallplatten gekauft oder geschenkt bekommen (Nicht-Maxi-Singles nicht eingerechnet). Eine vollständige Liste meiner aktuellen Platten findet ihr hier.
Es ist sehr schwer, aufzulisten, wie viel Vinyl ich gehört habe, und wie oft. Darum hier eine schlecht zu belegende Liste meiner 15 Dauerbrenner:

  1. SCHICK SCHOCK von Bilderbuch
  2. The Wall von Pink Floyd
  3. Why Make Sense? von Hot Chip
  4. The Lamb Lies Down On Broadway von Genesis
  5. The Dark Side Of The Moon von Pink Floyd
  6. In The Heat Of The Night von Imagination
  7. Creatures von Rone
  8. Songs From The Big Chair von Tears For Fears
  9. Eye In The Sky von The Alan Parsons Project
  10. Moderat von Moderat
  11. Swingende Notwendigkeit von Bodo Wartke & The Capital Dance Orchestra
  12. Mad World (Single) von Tears For Fears
  13. Purple Rain von Prince & The Revolution
  14. Music For The Masses von Depeche Mode
  15. Toto von Toto
Ich war in Plattenläden in Bielefeld, Chemnitz und Prag, auf Flohmärkten in der Region und im Internet - vor allem auf Ebay - unterwegs.

Überraschendes


Niemand hat mich im Frühling darauf angesprochen, dass ich zu viel Take That höre. Leute, ihr müsst mich da rausholen! Manchmal lasse ich mich zu so etwas hinreißen!
Die größte Überraschung war eventuell auch, dass mir Cro Unplugged gefallen hat. Oder dass es von George Michael ein hinreißendes Album, nämlich Songs From The Last Century (1999), gibt, das man wunderbar im Zug hören kann.
UND ich finde sogar die neue Single von Silbermond okay. Das hat es noch nie gegeben.

Worst Of 2015


Bands:
Kraftklub, K.I.Z., Revolverheld, Kygo (ist das überhaupt ne Band oder nur ein Typ? Ich google den Kram jetzt nicht), die Söhne Mannheims, One Direction, 5 Seconds Of Summer, AnnenMayKantereit

Männliche Interpreten:
Xavier Naidoo.
Hozier, Pitbull, Justin Bieber, Drake, Skrillex, David Guetta, Andreas Bourani, überhaupt deutsche Schnulzensänger, Ed Sheeran, Felix Jaehn, Kanye West, usw.

Weibliche Interpreten:
Fast alle. Sarah Connor, Lana Del Rey. Und vor allem Adele.

Schlimmster Song des Jahres


Lieblingsmensch von Namika. Bitte WAS ist bei der Sängerin falsch!?

Plus ein Haufen Chartschrott, aber das kennt man ja.
Eine halbwegs erträgliche Übersicht über das vergangene Pop-Jahr liefert immer Daniel Kim. Hier geht es zu seinem Rückblick.



Vorfreude auf 2016


Viel habe ich mir noch nicht ausgeguckt, aber ich freue mich auf jeden Fall auf:
Das Debüt von Felix Denzer von Fewjar aka DNZR
Das Debüt von André Moghimi plus Jako Joiko von Fewjar aka Mhokomo
Die neue Schiller-Platte Future (Februar)
Die neue Scheibe von St.Lucia, die Matter heißen wird (Ende Januar)

Ich danke euch für den tollen Auftakt, den ich mit diesem Blog 2015 feiern durfte. Hoffentlich ist auch für euch ein bisschen Hörenswertes dabei gewesen! Welche Songs haben euch in diesem Jahr am meisten gefallen, welche gar nicht?

4 Kommentare:

Den Rahmen sprengen: Clevere Aufbewahrung von Konzertkarten

21:09 Jenny Karpe 0 Comments

2015.
In diesem Post soll es nicht in erster Linie um Musik gehen, aber um eine schöne Nebensache.
Sammelt ihr Konzertkarten?
Wenn ja: Packt ihr sie ganz klassisch in einen Bilderrahmen, einen Ordner, einen alten Briefumschlag?
Bei mir hingen die guten Dinger lange in einem stinknormalen Bilderrahmen, der etwa die Größe DIN A1 besaß. Das war weder besonders kreativ noch sehr schick. (Was wiederum auch an den öden Eventim-Tickets liegt).

Neulich sind wir dann bei einer bekannten Dekorationskette* über außergewöhnliche Bilderrahmen gestolpert, in denen man Bilder an Wäscheklammern aufhängt. Die Scheibe ist also ein ganzes Stück vom Brett entfernt.
Das ist doch PERFEKT für Konzertkarten! Allerdings sah ich in dem Moment auch eine Möglichkeit, ein paar alte Schallplatten loszuwerden - Simple Minds, Pet Shop Boys, Level 42. Alle unfassbar hüpf-freudig, die waren ohnehin nicht mehr zu gebrauchen.

*Die Rede ist von Nanu Nana. Leider kann man die Rahmen nicht online bestellen, sonst hätte ich euch einen Link bereitgestellt. Aktuell kosten meine Rahmen unter 10 Euro das Stück.


Damit sie in den Rahmen passen, hat mir mein Vater dabei geholfen, einige Vinylstücke mit einer elektrischen Handkreissäge (den richtigen Namen trage ich nach) zu entfernen.
Scheren, Cuttermesser oder dergleichen eignen sich NICHT, um Vinyl zurechtzuschneiden!
Die überschüssigen Polyvinylcarbonat-Reste an den Rändern wurden hingegen einfach mit einem Messer abgeschabt.
Anschließend wurde die Platte auf der Platte (ha-ha) befestigt, wofür wir doppelseitiges Montage-Klebeband benutzt haben.


Schließlich wurden die Tickets sortiert. Insgesamt sind es zwei Dutzend, 17 sind schon in Rahmen gelandet. So sieht der Depeche Mode-Queen Kings-Coldplay-Rahmen aus:


Noch während des Bastelns wurde beschlossen: Da muss ein vierter Rahmen her. Einige Tickets sind übrig, und da wir nächstes Jahr 1x zu Coldplay nach Gelsenkirchen fahren; 1x zu Schiller nach Bielefeld (und evtl. noch 1x nach Hannover oder Chemnitz oder sowas); da ich gerne mal zum MELT!-Festival würde; da ich Bilderbuch unbedingt noch einmal live sehen möchte und ohnehin viele geile Konzerte anstehen - Platz wird immer gebraucht.


Noch sieht es tatsächlich etwas nackeliger aus, aber das liegt auch ein wenig am Winkel des Bildes. In der momentanen Lichtstimmung sieht alles viel besser aus.
In diesem Sinne! Viel Spaß beim eventuellen Nachbasteln. Wie bewahrt ihr eure Konzertkarten auf? :)

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Ein kleiner Nachtrag für alle Neugierigen. ;) Folgende Karten hängen:

Rahmen A (Level 42 - World Machine im Hintergrund)
Postkarte "Was wäre wenn?" nebst Konzertticket zur gleichnamigen Tour von Bodo Wartke, Oktober 2015.
Jochen Malmsheimers "Ermpftschnuggn trødå" (Kabarett)
Zwei Tickets für das Bad Oeynhausener Theater im Park, einmal Kabarett, einmal das russische Nationalballett (ja, superspannend. Verzeihung).
Der König der Löwen, September 2010.
Die drei ??? und die schwarze Katze (Vollplaybacktheater).

Rahmen B (Simple Minds - Real To Real Cacophony)
Fettes Brot, Januar 2014.
Herrenmagazin, November 2014.
Reamonn, Februar 2009.
2x Schiller, 2010 und 2012.
Bilderbuch, März 2015.

Rahmen C (Pet Shop Boys - Suburbia EP)
3x Depeche Mode, Juni, Juli und November 2013.
Autogrammkarte von den Queen Kings (Queen Tribute Band), Konzert war im November 2014 (als Presse hab ich keine Eintrittkarte bekommen, aber dafür durfte ich kostenlos dabei sein, das war super!)
2x Coldplay, 2012 und 1 Live-Radiokonzert 2014

Übrig sind:
Ich + Ich, August 2010
Ashley Hicklin, März 2011 (toller Singer-Songwriter) + Autogramm
Pur & Friends auf Schalke, September 2007 (ich war JUNG und mochte das! HILFE)
N-JOY Starshow, Juni 2009.
The Watch (Genesis Tribute Band), Mai 2013

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Eye in the Sky von The Alan Parsons Project [Blindhören]

18:20 Jenny Karpe 0 Comments

14:41 Uhr.
Während sich der Plattenteller zu drehen beginnt, starte ich mit meinem Post. Wenn die Scheibe ausgedudelt ist, soll er fertig sein.
Es spielt:

EYE IN THE SKY

The Alan Parsons Project


Gerade läuft der erste Titel, das gute alte Sirius, das mit 1:48 min gerade genug Spielzeit lässt, um mit dem Post bis hierher zu kommen. (Gitarrenausklang im Hintergrund).
Und zack, nahtloser Übergang zu Eye In The Sky. Als ich eben noch vor dem Plattenregal stand, hatte ich sofort einen Ohrwurm von diesem Klassiker.
Heute ist der 28. Oktober 2015, die Platte ist von 1981. Ich habe sie erst ein einziges Mal gehört.
In meinem Schrank stehen Scheiben, die noch nie von mir gespielt wurden, manch andere sind wahre Dauerbrenner. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass ich gern große Pakete mit vielzuvielen Nicht-Wunschplatten bei Ebay ersteigere.
In einer kleinen Reihe auf dem Blog möchte ich wahllos Platten hören und euch meine Eindrücke schildern. So, und am Ende des altbekannten Eye In The Sky - welch Timing - gehen wir über zu Children Of The Moon.

Im Bild ist ein Hinweis versteckt, in welchen Studios die Platte aufgenommen wurde.

Zunächst erinnert mich der Titel an Genesis, besonders mit den Keyboards. Aber die Vocals (David Paton) würden auf keinen Fall zu Genesis passen. Im Refrain wird es beinahe kitschig. Ach, was sage ich, es ist kitschig. Orchestral. Der kurze Part danach erinnert mich auch entfernt an etwas, was mir gerade nicht einfallen will.
ABBA! Das isses. Jawohl.
Ich nehme mir einen Moment für das Cover und die Vinylhülle.
Zu jedem Song sind kleine Hieroglyphen aufgezeichnet, das allsehende Auge ist passenderweise mit dem Titelsong verknüpft worden.
Der marschierende Ausgang von Children Of The Moon erinnert mich entfeeernt an Pink Floyd 1979.
Offenbar sind wir beim nächsten Titel, Gemini, denn die Vocals (Chris Rainbow) klingen anders.
Für das heutige Ohr ist es ziemlich ungewohnt, dass Alben ein Konzept haben und die Titel untereinander verbunden sind.
Die Lyrics von Gemini sind etwas hypnotisierend.

Watching Waiting Rising Falling
Listening Callin Drifting
Touching Feeling Seeing Believing
Hoping Sending Leaving


14:55 Uhr.
Ups, weiter zu Silence and I. Und plötzlich war doch eine Pause zwischen den Titeln auszumachen.
Ich lausche eine Weile gespannt. Kann es sein, dass es um Überwachung geht? Dass man das Gefühl hat, dass neben der Stille und einem selbst doch noch etwas lauert?
Cineastische Klänge, wie in einem Western oder einer Doku über römische Schlachten. Könnte auch in "Das Leben des Brian" hineinpassen, dabei hat der Track so ernst begonnen. Erstmal schauen, ob wir noch beim selben Titel sind ... Tatsache. Krasser Wandel, gefällt mir.
14:58 Uhr.
Ich nehme ein Foto auf, um den Post aufzulockern.


Die Platte knackt in den letzten Takten. Ich nehme dieses Hören-und-Schreiben übrigens als sehr meditativ wahr, solltet ihr auch mal versuchen.
15:02 Uhr - Alles umdrehen, bitte!
Zack, wieder da. Das vibrierende Handy ignorieren. Es ist Vinyl-Zeit, gottverdammt!
Und wir sind inmitten der rockigen Nummer You're Gonna Get Your Finger Burned. Der Song hatte doch bestimmt auch in den Charts Erfolg.
Habe nachgeguckt. Nein.
Warum? Das ist ne ganz urtypische, mitreisende Rocknummer. Ganz anders als die A-Seite. Die Band kann immerhin überraschen! Zwar nicht innerhalb des Titels - der wird jetzt doch wiederholend und langweilig - aber innerhalb des Albums.
Sanfter Ausklang. Das macht heutzutage auch keiner mehr, Songs haben momentan alle ein deutlicheres Ende.


Klavier. Schlagzeugbeckengeräusche. Hi-Hat heißt das, richtig? Detektiv-Stimmung, sofort.
Der Song heißt Psychobabble. Eben bei Wikipedia hab ich gesehen, dass das auch eine Single war, 1982. Der Gesang setzt ein. Oh, das erinnert mich wieder an etwas.
Erst habe ich geschrieben, dass es nach Musical klingt, habe es dann aber gelöscht, weil der Chor fehlt - und zack, im Refrain ist ein Chor.
Die Keyboardtöne nach dem Refrain klingen sogar ein wenig nach Ägypten. Und dann typisch-psychedelische Klänge, ähnlich einer einfahrenden U-Bahn. Damit kann ich weniger anfangen. Die Gitarre holt mich schon eher ab.

15:12 Uhr, den nächsten Titel kenn ich. Die Gitarre ist auch wieder Pink-Floyd-artig. Aber vielleicht denke ich gerade einfach zu viel in diese Richtung. Der Titel heißt Mammagamma. Er ist komplett instrumental, kann mit Sirius aber null mithalten.
Die Platte springt zwei Mal, ich verfluche Ebay, obwohl Ebay nichts dafür kann.
Lese mir durch, was ich bisher geschrieben habe, und verfluche mich selbst.

Step By Step.
Bei Gesangsbeginn höre ich eine Mischung aus Falco (ganz kurz) und schließlich ... puh, einer von diesen ganz typischen Achtziger-Künstlern. Robert Palmer? Ich habe vor, mit diesem Blog immer mehr Ahnung zu bekommen, verzeiht mir also, wenn ich mal nicht auf etwas komme.
Wieder so ein laaanger Ausklang. Letzter Titel, dann habt ihr es hinter euch.


Jetzt beginnt Old & Wise. Ich höre Märchenmusik. Ein bisschen Bright Eyes (1979) von Art Garfunkel in nichtganzsotraurig und ein bisschen In der Weite (2008) von Schiller. Drama, Drama, Drama!
Ich nutze die Zeit, um Tippfehler auszubessern.
Uuuund Ausklang! Ein leiser werdendes Saxofon, Vinylknistern.
15:24 Uhr.

Kleine Auswertung:

A-Seite oder B-Seite? B-Seite
Bester Song? Psychobabble
Schwächster Song? Mammagamma
Bekanntester Song? Eye In The Sky










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5 Tipps: Wie man sich auf einer langen Autofahrt nicht über Musik streitet

17:30 Jenny Karpe 0 Comments

Man kennt das.
Sobald es auf die Autobahn geht und der Radiomoderator den drölften lahmen Witz bringt, wird wie wild im CD-Fach gewühlt. Gerade wenn Gesprächsstoff fehlt, vermeidet Musik peinliche Stille.
Doch was, wenn sich die Geschmäcker zu stark unterscheiden, Charts verachtet werden und Symphonic Death Metal nicht jedermanns Sache ist?
Oder anders gefragt: Wie bringe ich mein Verlangen nach 80er-Jahre-Synthie-Pop durch, ohne die Mitfahrer aus dem Gefährt zu jagen?
Hier sind fünf Tipps.

Alleine oder nur mit dem Kater zu fahren, ist eine geniale Idee. (Bildquelle)

Ausgangslage: Du bist Pfadfindergruppenleiter und fährst mit sieben Jugendlichen in ein Sommercamp. 
Acht Stunden Fahrt, Pausen nicht eingerechnet.
Unter den Mitfahrenden ist ein Mittelalter-Folk-Fan, ein Dubstepper, ein Metalfanatiker, ein Ich-hör-alles, ein Mir-passt-gar-nichts, ein annehmlicher Synthie-Sympathisant und jemand, der Helene Fischer mag.
Nachdem letztgenannte Person an der Raststätte von Hoyerswerda "vergessen" wurde, bleiben also noch sechs Ohrenpaare, die musikalisch unterhalten werden wollen.

1. Die Charts-CD

Charts sind Charts, weil die meisten sie mögen. Oder zumindest gerade so ertragen können.
Für den Notfall solltest du eine CD bereithalten, auf der für dich annehmbare Songs aus den TOP 40 enthalten sind. Das kann besser sein als Radio, da die Lieder nicht von Werbung, "Comedy" und Moderation unterbrochen werden.
Für dein 80er-Jahre-Synthie-Verlangen kannst du dich eventuell mit dem Dutzend schrecklicher Coverversionen begnügen oder heimlich die Originale auf die CD brennen.



Tipp 1: Den Metaller macht ein bisschen Rock meist schon glücklich, für den Dubstepper ist ebenfalls etwas dabei. Der Mir-passt-gar-nichts dürfte sich damit abfinden, dass wenigstens nichts läuft, was er nicht kennt (denn was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht).

2. Die Fake-Charts-CD

Es geht auch anders.
Tipp 2: Packe zwei typische Chartsongs auf eine CD. Lass den Mainstream durch ein bisschen Queen unterbrechen, fahre mit Roxette, Man Without Heads, David Bowie, Electric Light Orchestra fort und spiele einfach nie wieder Chartsongs. Irgendwann fällt gar nicht mehr auf, dass Tears for Fears nicht wirklich aktuell ist.
Tipp 3: Verkünde laut, du würdest nun eine Chart-CD einlegen. Es ist eine Platte namens »Sahnestücke '93«. Wir wissen alle zu gut, was Haddaways What Is Love mit Menschen in Autos anstellt.


Fragt sich nur, ob du die Charts von 1993 wirklich den aktuellen vorziehen möchtest. (Immerhin enthält die Platte Depeche Mode).

3. Was leicht zu mögen ist

Praktische Kompromiss-Platten bieten auch folgende Interpreten, die immerhin einen Versuch wert sind.
- Queen (Rock)
- Dúné (Synth Rock)
- Coldplay (Pop)
- Hurts (kleiner Scherz)
- Phil Collins (Rock/Pop)
- Michael Jackson (Pop)
- Bastille (Pop)
- Imagine Dragons (Rock/Pop)
- Ed Sheeran (Schnulzenkram)
- Biffy Clyro (Rock)
- The Killers (Rock)
- Franz Ferdinand (Indie Rock)

Und mit etwas Glück:
- Fewjar (Polygenre)
- Foster The People (erstes Album: Charts, zweites Album: Psychadelic Pop)
- Bilderbuch (Austro-Pop, nach drei Songs die Stimmung checken!)
- Genesis (Rock/Pop)
- Pink Floyd (falls LSD gereicht wird)

Weitere Vorschläge? Ab in die Kommentare damit!

4. Geheimwaffe: Bodo Wartke

Wie, kennste nicht? Wird Zeit!
Wenn alles gescheitert ist, resignierte Stille und miese Stimmung herrschen, hole Bodo Wartke hervor. Er bietet Klavierkabarett vom Feinsten, ist schön anzuhören und strapaziert die Lachmuskeln. Nicht die klassische Autofahrtmusik, aber sicherlich ein Tagesretter.
Tipp 4: Führe immer Bodo Wartkes Doppel-CD "Achillesverse" mit. Seine neuste Platte "Was, wenn doch?" ist vielleicht ein bisschen zu ernst.


5. Demokratie

Die vernünftige Methode:
Frage vorher bei den Jugendlichen nach, was gerne gehört werden will. Lass sie eigene CDs mitbringen und sich selbst absprechen, was wann läuft. Sorge für einen gesunden Mix, der schon vor Fahrtbeginn feststeht.
Tipp 5: Informiere zudem die Mitfahrer, dass In-Ear-Kopfhörer und ein aufgeladener MP3-Player mitzubringen sind, falls die Musik nicht gefällt.

Letzteres wird vermutlich eintreffen: 7 minus 1 Jugendliche mit Smartphones und In-Ears geben sich die volle Dröhnung Mittelalter-Folk, Metal, Charts und Ich-hör-gar-nichts. Du kannst dann hinter dem Steuer ganz entspannt Mad World von Tears for Fears lauschen.
(Einen Artikel zum Song gibt es übrigens hier.)

In diesem Sinne: Gute Fahrt!


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Schlagende Argumente: Von Drums dominierte Songs

22:47 Jenny Karpe 0 Comments

2001.
Düm-dü-dümm-dö-dömm.
Düm-dü-dümm-dö-dömm.
Düm-dü-dü-dü-dü-dümm-dü-dümm-dü-dü-dü-dümm.
Hm, bitte?
Ihr erwartet qualitativ hochwertigen Musikjournalismus? Ich muss euch enttäuschen.
Um euch auf den nun kommenden Artikel einzustimmen, lasst einfach folgenden Song spielen.


Die Musiker Uffe Savery und Morten Friis haben ihre Nachnamen zusammengepackt zu einem knackigen "Safri" und das uns bekannte "Duo" angehängt. Die Dänen haben ihre Karriere recht glanzlos mit Percussion-Musik begonnen, in den frühen Nullerjahren haben sie schließlich das Genre gewechselt und sind zum Dance übergelaufen.
Dies soll kein Post über Safri Duo werden, versprochen!

Bildquelle
Stattdessen suchen wir heute (möglichst elektronische) Songs mit Drums, die ungewohnter Weise in den Mittelpunkt gestellt werden. Auf die Idee dazu kam ich beim Hören dieses Stücks:


2015.
No Countries, Just Animals hat zwar keinen richtigen Elektro-Part, irgendwie möchte ich ihn aber unbedingt auf dem Blog unterbringen (sagt ja keiner, dass ich ausschließlich Elektro reviewe, nor?). Jedenfalls begeistern mich die Drums, irgendwie kommt der Wumms aus dem Nichts. Für Lauschfaule: Skippt mal bis 1:40. 
Das könnte auch von Biffy Clyro stammen.

Bevor wir uns den Achtzigern zuwenden, folgt noch ein kleiner Fun Fact:
Der wahrscheinlich erste Song, bei dem das Schlagzeug im Mittelpunkt stand, war In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly. Mitten in dem 17 Minuten langen Track gibt es ein ausführliches Schlagzeugsolo - für den damaligen Rock (wir sprechen von 1968) eine absolute Kuriosität.
Schlagzeuge? Warum sollte man denen Beachtung schenken?
In diesem Post gibt es also einen bunten Mischmasch aus den schlagzeugfixierten Tracks und Interpreten, die mir bislang bekannt sind.


Eigentlich möchte ich nämlich auf Phil Collins zu sprechen kommen. Sein Name wird den meisten ohnehin ins Gedächtnis gefallen sein, wenn wir schon über bekannte Schlagzeuger nachdenken.
Da das hier sowieso ein Post der vielen Videos wird, poste ich gleich einmal das wohl bekannteste Video von Phil Collins am Schlagzeug. (Bei 0:48 gehts los).


Nun waren die Achtziger nicht unbedingt eine Zeit, in der das Schlagzeug eine wichtige Rolle spielte. Synthesizer haben die Führung übernommen, und selbst die Drums klangen meist nach ihnen.
Das zeigt sich in beinahe jedem großen Achtziger-Erfolg sowie auf wunderbare Weise in True Survivor von David Hasselhoff. Bis auf den Gesang stammt eigentlich alles von Mitch Murder, den ich gerne als Reinkarnation sämtlicher Synthie-Ausgeburten feiere.
Vermutlich gibt es dazu irgendwann mal einen Extra-Post. Niemand ist mehr Achtziger als dieser Musiker, nicht einmal die Achtziger selbst.
Bei 1:43 hört ihr wunderbar diese typischen Achtziger-Drums.



Aber zurück zu Phil Collins.
Er kam 1970 zu Genesis, als die Band einen neuen Schlagzeuger suchte. Collins spielt seit frühster Kindheit Schlagzeug, ist geprägt von Buddy Rich und dem Mahavishnu Orchestra.
Es sollte noch sechs Jahre dauern, bis man seine Stimme nicht mehr bloß als Backgroundgesang, sondern gleich als Nachfolge für Frontmann Peter Gabriel hören sollte - 1976 erschien das erste Collins-Ära-Album "A Trick of the Tail". Im finalen Stück Los Endos sind zwei Dinge zu hören: Geniale Drums (das Stück ist beinahe rein instrumental) und zum Abschluss Phil Collins Stimme, die unfassbar nah an die von Peter Gabriel herankommt. Allmählich wurde der progressive Rock zu chartfähigem Poprock. Also: Auf in die Achtziger!



1981.
Drums liegen in der Luft. (Wie schön, dass ein *badumm-tss* zum Schlagzeug-Thema passt).
Jenseits der allgegenwärtigen peinlich-genialen Synthie-Drums der Achziger bleibt Collins immer sehr bodenständig, wobei selbstversändlich auch I Don't Care Anymore und Do You Know, Do You Care? erwähnt werden müssen.
Auch in den Folgejahren sieht sich Phil Collins immer noch in erster Hinsicht als Schlagzeuger, und erst dann als Sänger.


1983.
Din-daa-daa-dum-dum.
Werden wir mal etwas abgedreht. Mehr Synthies, bitte! Der Berliner George Kranz imitiert auf Basis eines Schlagzeugsolos Bass- und Drumgeräusche. Irgendwie ist das äußerst catchy. 1984 war der Song auf Platz 28 der deutschen Hitparade.

Natürlich könnte man jetzt eine weitere Unzahl an Interpreten auflisten - besonders aus dem Rock/Metal-Bereich, in dem ich leider nicht beheimatet bin. Vorerst möchte ich die Achtziger verlassen und in die moderne Musik eintauchen.
Zum Abschluss möchte ich nämlich noch einen Blick auf eine besondere Herangehensweise aus Synthie + Schlagzeug geben: Jojo Mayer geht u.a. in diesem Video von 2005 ziemlich flott und kreativ ans Werk. Drum'n'Bass!



Einige weitere Titel aus allen Zeiten (wird ständig erweitert):
Talk Talk - Ascension Day
Elliott Smith - Everything Means Nothing To Me
Coldplay - Don't Panic
Bon Iver - Wolves
Modest Mouse - Styrofoam Boats
Bodo Wartke - Bettina

Und ganz zum Abschluss, ohne ein GoT-Fan zu sein: Mich begeistern solche Klangbilder besonders. Allerdings kann man hier nicht von einem Schlagzeug sprechen - da ginge einfach zu viel kaputt. *badumm-tss*.


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Der hat doch einen an der Glocke! Die komplette Diskografie von SCHILLER

21:11 Jenny Karpe 3 Comments

1998.
Oh, Moment. Halt.
Bevor es zu Missverständnissen kommt: Nein, wir reden nicht von Friedrich Schiller, obwohl Musikprojekt und Namensvetter SCHILLER (im Folgenden klein geschrieben, das nervt ja) durchaus mit dem deutschen Dichter verbunden ist. Gleich mehr dazu.
Also, nochmal von vorne.

1998.
Christopher von Deylen und Mirko von Schlieffen beginnen, gemeinsam Musik zu machen. Sie schreiben ihre Stücke vor allem für Clubs, aber schon früh wird deutlich, dass Schiller auch perfekt zum chillen geeignet ist. (Das Wort "chillen" war vor 17 Jahren vermutlich längst nicht so populär wie heute). Willkommen im Ambient-New-Age-Global-Pop! (Also: Elektro.) Auf der "Every Noise at Once"-Genrekarte steht Schiller unter German Techno, New Age, Progressive Trance und Trance.
Kompliziert genug? Super!
Die erste Single war Das Glockenspiel, woraus sich auch der Name des Projekts ergeben hat: Schiller.

Bildquelle
Seit 2003 arbeitet von Deylen allein und ist dabei sagenhaft fleißig. Schiller ist sein bekanntestes Projekt, alle anderen (und das sind nicht wenige) sind hier aufgelistet.
Als Schiller entstehen Stücke u.a. mit Mike Oldfield, Midge Ure, Peter Heppner, Thomas D oder Xavier Naidoo zusammen (jaaa, ich weiß, was ihr jetzt denkt).
Die Besonderheit seiner Musik: Sie ist tanzbar, kann aber trotzdem beim Einschlafen helfen. Sie wird in Dolby Surround und 320kbps aufgenommen. Sie ist live besser als alles andere, was ich bislang erleben durfte. (Sogar Depeche Mode!) Und sie ist wunderbar vielseitig und bietet auch Klassik-Fans so einiges. (Was wiederum wunderbar mit dem Dichter Schiller zusammenpasst).

Das Cover der Best Of (Libanon-Edition). Bildquelle

Die Diskografie

Achtung: Die Bewertung erfolgt rein subjektiv!

Da ich euch nicht alle Alben in einzelnen Posts vorstellen möchte und kann (es sind zu viele) werde ich hier die gesamte Diskografie zusammenfassen und jeweils die drei besten Titel der Platte nennen. Die EP Lichtblick und das Live-Album Symphonia (welches ich sehr feiere) lasse ich heraus. Lichtblick ist übrigens aus meiner Sicht das schwächste Werk.
Damit es spannend bleibt, ordne ich vom schwächsten zum stärksten Album. Findige Musikfreunde können scrollen, verpassen aber was.
Eine viel ausführlichere und sehr schöne Histografie findet ihr übrigens unter diesem Link.


OPUS (2013)
Das jüngste Werk hat mich überhaupt nicht überzeugt. Wer das Crossover Klassik+Electro mag, wird Opus lieben, denn Schiller wurstet etliche klassische Stücke um. Da kann man aber auch gleich Nils Frahm auf Dauerschleife hören, das ist viel schöner und deutlich kreativer.
Vielleicht ist Opus sogar noch schlechter als Lichtblick.
Der einzige Song, den ich spontan empfehlen würde, erinnert anfangs an eine alte Depeche Mode-Nummer oder Schillers Sommernacht (eines meiner Lieblingsstücke, wie ihr später merken werdet).

Wenn ihr Schiller zum ersten Mal hört: Fangt nicht mit diesem Album an!




ATEMLOS (2010)
Dieses Album ist deutlich besser als Opus. Dafür ist es stilistisch einheitlicher, ruhiger als die anderen Alben. Quasi der komplette Kontrast zum Debütalbum Zeitgeist. Schiller habe ich bei der Atemlos-Tour das erste Mal live gesehen, und mein liebster Song der Platte hat auf der Bühne richtig gezündet.

Die besten Lieder des Albums:
3. La Mer
Klingt wie "um 3 Uhr morgens alleine aus einem süßen Traum aufgewacht". Wunderschönes Finale.

2. Try (feat. Nadja Ali)
Die schönste Stimme des Albums, unaufdringlich und äußerst harmonisch. Ein Song mit Tempo.

1. Soho
Hört einfach selbst.




ZEITGEIST (1999)

Den Zeitgeist lass getrost geschehen, und die Erkenntnis in dir reifen.
Du brauchst nicht mit der Zeit zu gehen. Nur ist es klug, sie zu begreifen.

Es gibt nur wenige Gründe, weshalb ich das Album nicht höher bewerte: Teilweise schämt man sich für die Neunziger. Man hört sie einfach, die Techno-Einflüsse. Oder nicht einmal das, teilweise ist es einfach Techno. (Ich sage das, als wäre Techno etwas verallgemeinert Schlechtes).
Aber: Dieses Album hat viele Klassiker hervorgebracht, die auf den Konzerten immer wieder begeistern. Gerade Ruhe und Das Glockenspiel sind ein Muss.
Fun Fact: Zeitgeist wurde in von Deylens Schlafzimmer produziert, woraus später das Plattenlabel Sleepingroom entstand.

Die besten Lieder des Albums:
3. Das Unbekannte Reich
Entführt in eine fremde, mystische Welt. Nur auf einem anderen Album war diese Thematik präsenter.

2. Ruhe
Ohne Witz: Das ist auf Konzerten am Lautesten.

1. Das Glockenspiel
Auch hier: Einfach selbst hören. (Das meinte ich übrigens mit Techno).



SONNE (2012)
Der Graf (Unheilig) hat es sich mit mir endgültig verscherzt, als er in einem Interview zu dieser Scheibe posaunte, er habe für die gleichnamige Single nur 30 Minuten am Text gearbeitet.
Das hört man. Und das hat ein Musiker wie von Deylen nicht verdient.
Der Rest der Platte ist wunderbar warm, das Gegenstück zu Opus und dem schweinekalten Atemlos. Auf einer Norwegenreise steckten wir eine gute Stunde in der Rush Hour Oslos fest, da hat uns dieses Album vor der Eskalation bewahrt. In manchen Situationen braucht man ruhige Musik dringender als sonst. (Wie gesagt: Einschlafen klappt mit Schiller auch).
Als das Konzert der Sonne-Tour mit Lichtermeer begann, hatte ich ganz kurz das Gefühl, zu sterben. Den Grund sieht man deutlich in der Konzertaufnahme. (Hier klicken)

Die besten Lieder des Albums:
3. Berlin - Moskau (noch besser in der Version der Symphonia-Platte!)
Orchestral einfach unglaublich harmonisch, beinahe einlullend. Perfekt für Zugfahrten.

2. Solaris / Kon Tiki
Klingt, als würde man eher ins Bett gehen und nicht schlafen können, weil man sich auf den nächsten Tag freut. Kon Tiki gefällt mir dabei besser als Solaris, auf manchen Version sind die Lieder (leider?) eins.

1. Lichtermeer
Habe das weiße Licht überlebt. ;)
(Wer nicht auf den Link geklickt hat: Zu Beginn von Lichtermeer gehen ALLE Lichter an, und man fällt als Zuschauer wie in ein weißes Loch. Man sieht im Video, wie das Publikum zusammenschreckt. Ich war mit Krücken auf den Konzert, vielleicht war es dadurch noch eindrucksvoller.)



SEHNSUCHT (2008)
Wer Schiller bereits kennt, wird sich wundern, warum das Album jetzt bereits auftaucht. Immerhin hat es als einziges Werk von Deylens eine Platin-Schallplatte erhalten. Und nein, es liegt nicht an Xavier Naidoo. Sein Lied ist okay.
Das Album hat mich meist nicht als Ganzes, sondern stückhaft begleitet. Das heißt, dass ich einzelne Songs sehr totgehört habe. Dadurch konnte ich das Album kaum noch in einem Zug genießen, weil ich irgendwann dachte »Boah nee, jetzt kommt Wunschtraum, das will ich grade nicht hören«. Etwas, was ich z.B. bei Sonne nicht habe. Das ist aber allein meine Schuld.
Kurz gefasst: Dieses Album mag ich vor allem, weil mich einzelne Lieder eine lange Zeit fasziniert haben. Und das Schöne ist, dass ich mittlerweile wieder in diese zauberhafte kleine Welt eintauchen kann, ohne Wunschtraum skippen zu wollen.

Jetzt habe ich gar nicht gesagt, wie das Album musikalisch ist.
Leute, vermutlich ist es das Beste. Hört es ganz.

Die besten Lieder des Albums:
3. Wunschtraum
Dieses Finale! Bwaaah, schön. Live: Gänsehaut.

2. Tagtraum
Definiert für mich die gesamte Atmosphäre der LP. Leicht düster, dumpf, aber doch ... himmelhochjauchzend. Mit einem musikalischen Plottwist (bei 1:44), den man beim ersten Mal unbedingt mit Kopfhörern genießen sollte.

1. Sommernacht
Erhaben. Und in Surround so wahnsinnig gut durch den rundumlaufenden Beat. Ich teste damit jedes neue Paar Kopfhörer.




TAG UND NACHT (2005)
Als ich um 2008 herum angefangen habe, Schiller zu hören, mochte ich zunächst nur Dream Of You vom Weltreise-Album und Der Tag ... Du bist erwacht von Schillers vierter Scheibe. Es hat nicht lange gedauert, bis mich die anderen Songs dieser beiden Alben auch eingenommen haben. Auf Tag und Nacht sind im Gegensatz zu Atemlos, Opus und Sonne viele verschiedene Stimmungen und Klangtemperaturen. Man vergleiche Nachtflug mit Morgentau (mit Mike Oldfield an der Gitarre) oder Lichtwerk mit Jahresringe. Vollkommen unterschiedlich, aber trotzdem sehr stimmig.
Irgendwie vermisse ich diese Kreativität, Verspieltheit(?) bei Schiller, die ist seit Lichtblick (2010) ein bisschen verloren gegangen.
Man kann zu diesem Album keine kurze Review schreiben. Es einfach zu hören wäre vermutlich am einfachsten.

Die besten Lieder dieses Albums:
3. Morgentau feat. mit Mike Oldfield
Eine unfassbar stimmige Symbiose beider Interpreten, in der keiner zu kurz tritt. DRINGEND hören.
Schönerweise leitet Morgentau dann in meinen zweiten Platz über, weshalb ich beide Songs noch mehr liebe.



2. Berlin - Bombay
Ich stehe auf diese Schiller-Stücke, die mich in andere Kulturen mitnehmen, das gebe ich zu. Dieses Lied ist aber auch so absurd anders als die übrigens Stücke, das es erst völlig herausfällt. Letzten Endes erfüllt es im Album genau den richtigen Zweck: Es ist der Tag, das pure Leben.

1. Lichtwerk
Ihr merkt: Die energiegeladenen Sachen packen mich. Lichtwerk war der dritte Schiller-Song, den ich lieben lernte. Vielleicht mag ich ihn so gern, weil er mich an It's No Good von Depeche Mode erinnert, so ziemlich der prägendste Song meiner Kindheit.


LEBEN (2003)
Diese Platte ist eine Reise von der Zukunft in die Vergangenheit, schickt den Zuhörer erst in den (Sommer)regen und holt ihn danach ins Trockene.
Die Hälfte der Tracks klingen nach Wasser und Luft, wenn man das Cover dazu betrachtet, die andere Hälfte (Babel, Mittelerde, Vergangenheit, Delicately Yours) sind trocken, aber nicht unbedingt warm wie die Songs auf Sonne. Ständig wechselt man zwischen Glücksgefühlen und Trauer hin und her. Der Albumtitel ist Programm und Melancholie war nie schöner.

Die besten Lieder dieses Albums:
3. Einklang / Dreiklang / Ausklang / Vielklang
Ich kann mich nicht für eines der vier Stücke entscheiden. Dreiklang habe ich leider totgehört, dabei handelt es sich um einen der elektronischsten Songs von Schiller. Jaaa, die allermeisten sind elektronisch, aber beim Hören klingt es auch danach.

2. Leben ... I Feel You (feat. Peter Heppner)
Es sollte so viel mehr Lieder von Schiller + Heppner geben. Gefühlvoll, sich allmählich aufbauend. Wer Wolfsheim mag/mochte, wird diesen Song garantiert lieben.

1. Sommerregen
Mit dem Fahrrad durch den Regen fahren? Nur damit, auf Dauerschleife. Durch diesen Song wird man gefühlt viel weniger nass. Kopfhörer-Pflicht!



WELTREISE (2001)
Es hat sich bereits angekündigt: Mein Lieblingsalbum von Schiller ist die gute alte Weltreise.
Schillers zweites Album hat das Projekt erst richtig bekannt gemacht, Dream Of You (feat. Heppner) war damals auf Platz 13 der deutschen Charts. Nur das blöde Sonne (feat. Unheilig) ist höher eingestiegen.
Musikalisch ist es deutlich weiter als Zeitreise, reifer, freier vom Techno. Der Titel hält wie bei den meisten Schiller-Alben, was er verspricht: Wir gehen an den Strand, durchwandern einen Zaubergarten, haben Fernweh und erfüllen unsere Träume einer Expedition, die schließlich zu einer Weltreise ausartet. Statt Musik wird dem Lauschenden Zeit gegeben, Naturgeräusche aufzunehmen. Diese gehen dann immer wieder in Schillers Klänge über.
Wartet auf einen trüben Tag, nehmt euch Zeit und Kopfhörer - und genießt bitte das komplette Album.

Die besten Lieder dieses Albums:
3. Ein schöner Tag (feat. Isgaard)
Ein Klassiker wie Glockenspiel. Hier hat Schiller gekonnt das aufgegriffen, was bei Zeitgeist schon gut funktioniert hat. Ein sehr typischer Song für ihn. Isgaard singt übrigens auch die tolle weibliche Stimme in Dream of You.

2. Weltreise
Dieser anschwellende, sich wiederholende Klang gefällt mir, es bringt mich nach der weitläufigen Weltreise des Albums wieder auf den Boden. Vermutlich werden viele den Song nicht wirklich mögen/registrieren, er ist schlicht zu schlicht.

1. Dream Of You (feat. Heppner)
Das erste Lied, das ich von Schiller mochte, und immer noch eines meiner Lieblingslieder.
Verzeiht, wenn ich es in musikalischer Hinsicht nicht analysieren werde. ;)



Bewertung

Für diesen Post habe ich genug geschrieben. Darum: Kurz und bündig.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir euren Schiller-Lieblingstitel verraten würdet (sofern ihr einen habt). Bis die Tage! :)











3 Kommentare:

Kind of funny, kind of sad: Mad World von Tears for Fears

14:18 Jenny Karpe 0 Comments

1982.
Tears for Fears haben ihren Durchbruch, erreichen Platz 3 der UK-Single-Charts.
Mad World wird in den Folgejahren etliche Male gecovert, und egal ob von Gary Jules oder den Wise Guys: Ich mag diesen Song in so vielen Varianten, dass es echt schräg ist. Für gewöhnlich verachte ich so ziemlich jede Coverversion. (Ein Grund, weshalb ich aktuell kein Radio hören kann).


Vermutlich liegt es an dieser Melodie, an dieser Gesangsführung. Selten habe ich bei traurigen Songs das Gefühl, mich emotional mitzubewegen. Mad World ist für mich nicht ausschließlich traurig, selbst wenn der Text danach schreit.
Meine Lieblingszeile stammt aus dem Refrain:

And I find it kind of funny, if find it kind of sad;
the dreams in which I'm dying are the best I've ever had.
Das eigene Leben beenden zu wollen, damit man aus der Routine rauskommt. Depressiver geht es eigentlich nicht. Wer die Angewohnheit hat, ständig mit Zitaten aus seinen Lieblingsliedern um sich zu werfen, wird hier vermutlich von Freunden und Verwandten besorgte Nachfragen erhalten.

Enten sind eine wahrlich traurige Angelegenheit.

Der Songtext an sich ist beinahe strukturlos, schmeißt unterschiedlichste Bilder zusammen.
Früher dachte ich, es ginge in der ersten Strophe um reiche Säcke, die ihre Gläser vollweinen (um anschließend daraus trinken, quasi als würden sie sich mit Selbstmitleid ertränken). Bei der Recherche zu diesem Post lese ich: Es geht vielleicht nicht um Gläser, sondern um Brillen.
Die Tränen sammeln sich hinter Brillengläsern, ohne jemals aus dem Blickfeld des Weinenden zu verschwinden. Und trotzdem beschwert sich nur der Sänger über diese verrückte Welt.



Die Achtziger, eine traurige Zeit? Viele Songs, die wie Mad World sind, fallen mir nicht ein. Erfolg hatte Tanzmusik, vielleicht noch ein bisschen düsterer Pop von Depeche Mode oder Ausnahmen wie Total Eclipse Of The Heart.
Dieses Lied sticht hervor aus Don't Stop Believin', Girls Just Wanna Have Fun oder I'm So Exited, ist für mich aber trotzdem ein zentraler Song dieser Zeit. Spätestens mit dem Erfolg von Gary Jules' Version hat sich gezeigt, dass Mad World immer noch ein tolles Lied ist. Gottseidank hat kaum jemand bemerkt, dass Jasmine Thompson (Coversängerin von Ain't nobody) bereits eine Version von Mad World auf den Markt geschmissen hat.

Bewertung











Und zum Abschluss, natürlich: Das Video.


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