Wer ich bin und warum ich CDs gestohlen habe

20:21 Jenny Karpe 2 Comments

Noch immer habe ich diesen sonnigen Tag vor circa neun Jahren im Gedächtnis, als meine Mutter mir ihren 528-Megabyte-MP3-Player in die Hand drückte und sagte: »Hör doch mal bitte die Batterie leer, Jenny.«
Ich blieb im abendlichen Garten zurück, setzte mich auf meine rote Schaukel und durchforstete sämtliche Alben, die Depeche Mode zu diesem Zeitpunkt herausgebracht hatte (etwas anderes hatte meine Mutter damals nicht auf ihrem Player, mittlerweile ist die Diskografie von Coldplay hinzugekommen).

Bei Enjoy the silence war es sofortige Liebe, und bei Shake the disease erinnerte ich mich daran, dass ich einmal die The Singles 81→85 aus dem elterlichen CD-Regal gemopst hatte.
Wenn ich heute Depeche Mode höre, dauert es meistens nicht lange, bis meine Mutter ins Zimmer schaut und den stolzen "Das-hat-sie-von-mir!"-Blick trägt. Für das DM-Poster an meiner Zimmertür hätte sie in ihrer Jugendzeit sehr viele Ostmark hinblättern müssen, wenn man denn eines gefunden hätte. Ich würde gerne in einer Zeit leben, in der Musik für den Menschen so viel bedeutet. (Was für ein Zufall, dass ich dies am 25. Jahrestag der deutschen Einheit schreibe. Nun denn, weiter im Text).

Es blieb nicht bei Depeche Mode. Bald klaute ich das Best Of von Christopher Cross aus dem elterlichen Regal (und fand nur Ride like a wind gut), wunderte mich über den Beginn von Love has the power von Toto (und verliebte mich prompt in alle anderen Songs), danach packte mich Tears for Fears.
Meine beste Freundin entdeckte Pink Floyd, als wir etwa in der siebten Klasse waren. Wir sangen äußerst schief Enjoy the silence mit Singstar, sie zeigte mir Mike Oldfield, The Fixx, Muse. Gemeinsam besuchten wir ein Konzert von The Watch, einer italienischen Genesis-Tribute-Band. Für das Original waren wir einfach zu spät geboren.

Mittlerweile besitze ich etwas, was meine Eltern nie hatten: Einen Plattenspieler. Flohmärkte, Ebay und Plattenläden sorgten dafür, dass ich innerhalb meines ersten halben Jahres 150 Platten zusammengekauft habe.



Warum?
Weil es haptisch ist. Weil She's like the wind mit dem typischen Knistern auf eine beinahe unkitschige Weise nostalgisch macht. Und weil alte Schätze so unfassbar günstig zu haben sind, als wären sie nichts mehr wert. (3€ für The lamb lies down on broadway von Genesis? Also bitte!)

Ich selbst spiele kein Musikinstrument, kann nicht einmal richtig Noten lesen.
Meine einzige Fortbildung erhalte ich aus dem Musikexpress, Rezensionen schaue ich lediglich bei Sorgenschall.
Aber ich glaube, mehr muss ich auch gar nicht. Mit diesem Blog möchte ich über Musik quatschen, eine Zeitreise veranstalten - und mich dabei vor allem selbst überraschen.
Denn: Als ich geboren wurde, war gerade Killing me softly auf Platz 1 der deutschen Charts. Das nennt man "Born under a bad song".
Es kann nur besser werden.

Ansonsten: Der Rest einmal im Schnelldurchlauf.

Wer ich bin: Jenny
Wann ich zur Welt kam: 1996 (damit ihr nicht nach Killing me softly googlen müsst)
Was ich mache: Medienproduktion studieren, im Radio moderieren, für eine Tageszeitung sowie eigene Romane schreiben.
Meine Lieblingsband: Laut Last.fm: Schiller. Laut Plattensammlung: Mike Oldfield.
Welche Platte zuerst auf meinem Abspielgerät lief: Nightflight to Venus von Boney M.
Erste selbstgekaufte Platte: Toto von Toto
Erstes Konzert: Rolf Zuckowski
Erstes Konzert, auf dem ich gern war: Reamonn, 2008
Bestes Konzert bislang: Schiller, 2010 + 2012
Lieblingsmusik im Auto: AFewSides von Fewjar
Kann ich gar nicht ausstehen: Helene Fischer, Die toten Ho- halt, nein, ich liste das alles lieber nicht auf. Über Geschmack lässt sich schließlich immer streiten. Was ich nicht mag, werdet ihr noch merken.

Und, am allerwichtigsten: Was jetzt gerade läuft, seht ihr auf meinem Profil bei Last.fm. Die Seite ist zwar nicht an meinen Plattenspieler gekoppelt, aber ansonsten gibt sie recht gut wieder, was gerade läuft und seit Oktober 2014 bei mir lief.
Ich freue mich auf einen regen Austausch mit euch - bald gibt es einen ersten Post über St. Lucia, eine begnadete und viel zu unbekannte Synthie-Band aus Nordamerika.
Außerdem werde ich mich auf Kraftwerk stürzen und natüüürlich Depeche Mode einige Zeilen widmen. Dazu kommen dann aktuelle Rezensionen von neuen Alben, etwa von Tame Impala und New Order.
Freut euch! Ich tus nämlich schon. :)

Eure Jenny

Kommentare:

  1. Aaah, du kennst Fewjar und Sorgenschall! *freu* Ich finde ja, Jako und Felix bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit in der deutschen Musiklandschaft, da freut es mich immer wieder, wenn ich Leute finde, die sie auch kennen und mögen.

    Wie dem auch sei, einen sehr schönen Blog hast du da! Und einen sehr sympathischen ersten Beitrag. Hier werde ich sicherlich häufiger mal reinlesen. :)

    Liebe Grüße,
    Sabrina (alias Naudiz aus dem Tintenzirkel)

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    1. Hallo liebe Sabrina! Danke für deinen Kommentar, ich freeeu mich gerade tierisch!

      Jaaa, ich liebe Fewjar. <3 Reviews über Mhokomo, DNZR und die Fewjar-Alben werden dann auf jeden Fall kommen! Gerade sitze ich aber an etwas größerem, kommt vielleicht heute noch. :)
      Dankeschön! Freue mich, häufiger von dir zu hören ~
      Grüßle!
      Jen

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