Eye in the Sky von The Alan Parsons Project [Blindhören]

18:20 Jenny Karpe 0 Comments

14:41 Uhr.
Während sich der Plattenteller zu drehen beginnt, starte ich mit meinem Post. Wenn die Scheibe ausgedudelt ist, soll er fertig sein.
Es spielt:

EYE IN THE SKY

The Alan Parsons Project


Gerade läuft der erste Titel, das gute alte Sirius, das mit 1:48 min gerade genug Spielzeit lässt, um mit dem Post bis hierher zu kommen. (Gitarrenausklang im Hintergrund).
Und zack, nahtloser Übergang zu Eye In The Sky. Als ich eben noch vor dem Plattenregal stand, hatte ich sofort einen Ohrwurm von diesem Klassiker.
Heute ist der 28. Oktober 2015, die Platte ist von 1981. Ich habe sie erst ein einziges Mal gehört.
In meinem Schrank stehen Scheiben, die noch nie von mir gespielt wurden, manch andere sind wahre Dauerbrenner. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass ich gern große Pakete mit vielzuvielen Nicht-Wunschplatten bei Ebay ersteigere.
In einer kleinen Reihe auf dem Blog möchte ich wahllos Platten hören und euch meine Eindrücke schildern. So, und am Ende des altbekannten Eye In The Sky - welch Timing - gehen wir über zu Children Of The Moon.

Im Bild ist ein Hinweis versteckt, in welchen Studios die Platte aufgenommen wurde.

Zunächst erinnert mich der Titel an Genesis, besonders mit den Keyboards. Aber die Vocals (David Paton) würden auf keinen Fall zu Genesis passen. Im Refrain wird es beinahe kitschig. Ach, was sage ich, es ist kitschig. Orchestral. Der kurze Part danach erinnert mich auch entfernt an etwas, was mir gerade nicht einfallen will.
ABBA! Das isses. Jawohl.
Ich nehme mir einen Moment für das Cover und die Vinylhülle.
Zu jedem Song sind kleine Hieroglyphen aufgezeichnet, das allsehende Auge ist passenderweise mit dem Titelsong verknüpft worden.
Der marschierende Ausgang von Children Of The Moon erinnert mich entfeeernt an Pink Floyd 1979.
Offenbar sind wir beim nächsten Titel, Gemini, denn die Vocals (Chris Rainbow) klingen anders.
Für das heutige Ohr ist es ziemlich ungewohnt, dass Alben ein Konzept haben und die Titel untereinander verbunden sind.
Die Lyrics von Gemini sind etwas hypnotisierend.

Watching Waiting Rising Falling
Listening Callin Drifting
Touching Feeling Seeing Believing
Hoping Sending Leaving


14:55 Uhr.
Ups, weiter zu Silence and I. Und plötzlich war doch eine Pause zwischen den Titeln auszumachen.
Ich lausche eine Weile gespannt. Kann es sein, dass es um Überwachung geht? Dass man das Gefühl hat, dass neben der Stille und einem selbst doch noch etwas lauert?
Cineastische Klänge, wie in einem Western oder einer Doku über römische Schlachten. Könnte auch in "Das Leben des Brian" hineinpassen, dabei hat der Track so ernst begonnen. Erstmal schauen, ob wir noch beim selben Titel sind ... Tatsache. Krasser Wandel, gefällt mir.
14:58 Uhr.
Ich nehme ein Foto auf, um den Post aufzulockern.


Die Platte knackt in den letzten Takten. Ich nehme dieses Hören-und-Schreiben übrigens als sehr meditativ wahr, solltet ihr auch mal versuchen.
15:02 Uhr - Alles umdrehen, bitte!
Zack, wieder da. Das vibrierende Handy ignorieren. Es ist Vinyl-Zeit, gottverdammt!
Und wir sind inmitten der rockigen Nummer You're Gonna Get Your Finger Burned. Der Song hatte doch bestimmt auch in den Charts Erfolg.
Habe nachgeguckt. Nein.
Warum? Das ist ne ganz urtypische, mitreisende Rocknummer. Ganz anders als die A-Seite. Die Band kann immerhin überraschen! Zwar nicht innerhalb des Titels - der wird jetzt doch wiederholend und langweilig - aber innerhalb des Albums.
Sanfter Ausklang. Das macht heutzutage auch keiner mehr, Songs haben momentan alle ein deutlicheres Ende.


Klavier. Schlagzeugbeckengeräusche. Hi-Hat heißt das, richtig? Detektiv-Stimmung, sofort.
Der Song heißt Psychobabble. Eben bei Wikipedia hab ich gesehen, dass das auch eine Single war, 1982. Der Gesang setzt ein. Oh, das erinnert mich wieder an etwas.
Erst habe ich geschrieben, dass es nach Musical klingt, habe es dann aber gelöscht, weil der Chor fehlt - und zack, im Refrain ist ein Chor.
Die Keyboardtöne nach dem Refrain klingen sogar ein wenig nach Ägypten. Und dann typisch-psychedelische Klänge, ähnlich einer einfahrenden U-Bahn. Damit kann ich weniger anfangen. Die Gitarre holt mich schon eher ab.

15:12 Uhr, den nächsten Titel kenn ich. Die Gitarre ist auch wieder Pink-Floyd-artig. Aber vielleicht denke ich gerade einfach zu viel in diese Richtung. Der Titel heißt Mammagamma. Er ist komplett instrumental, kann mit Sirius aber null mithalten.
Die Platte springt zwei Mal, ich verfluche Ebay, obwohl Ebay nichts dafür kann.
Lese mir durch, was ich bisher geschrieben habe, und verfluche mich selbst.

Step By Step.
Bei Gesangsbeginn höre ich eine Mischung aus Falco (ganz kurz) und schließlich ... puh, einer von diesen ganz typischen Achtziger-Künstlern. Robert Palmer? Ich habe vor, mit diesem Blog immer mehr Ahnung zu bekommen, verzeiht mir also, wenn ich mal nicht auf etwas komme.
Wieder so ein laaanger Ausklang. Letzter Titel, dann habt ihr es hinter euch.


Jetzt beginnt Old & Wise. Ich höre Märchenmusik. Ein bisschen Bright Eyes (1979) von Art Garfunkel in nichtganzsotraurig und ein bisschen In der Weite (2008) von Schiller. Drama, Drama, Drama!
Ich nutze die Zeit, um Tippfehler auszubessern.
Uuuund Ausklang! Ein leiser werdendes Saxofon, Vinylknistern.
15:24 Uhr.

Kleine Auswertung:

A-Seite oder B-Seite? B-Seite
Bester Song? Psychobabble
Schwächster Song? Mammagamma
Bekanntester Song? Eye In The Sky










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