Bloß nichts vergessen! Mein Musikjahr 2016

13:18 Jenny Karpe 0 Comments

2016.
Es ist wirklich unfassbar kreativ von mir, für meinen diesjährigen Jahresrückblick denselben Titel wie im Vorjahr zu verwenden, nur mit einer anderen Zahl dahinter. Aber versprochen: Dieser Post wird nicht 1:1 dem von 2015 entsprechen.

In diesem Jahr habe ich angefangen, als Musikredakteurin für Radio Triquency zu "arbeiten", wodurch ich in Kontakt mit wesentlich mehr Musik kam und auch Tracks hören musste, die mir nicht gefallen. Trotzdem hieß es da: Objektiv bleiben und überlegen, ob sie nur in meinen Ohren schlecht klingen. (Das Ergebnis dieser Arbeit hört ihr 24/7 auf triquency.de im Livestream).
Wenn ich darf, werde ich diesen Posten auch im neuen Jahr erfüllen, sodass ich meinen musikalischen Horizont mehr erweitern kann.
Genug geschwafelt! Hier ist er, der Jahresrückblick!

DiKategorien

Alljährliche allgemeine Auswertung aller Auswertungen
Top-Titel
Top-Künstler
Top-Alben
Die Vinyl-Statistik
Worst Of 2016
Vorfreude auf 2017

Kleiner Spoiler auf die Vinyl-Statistik

Alljährliche allgemeine Auswertung aller Auswertungen


Während alle möglichen Leute einen detaillierten Jahresrückblick von Spotify erhalten haben, fehlt mir die entsprechende Mail dazu. Offenbar kann Spotify darauf verzichten, hier lobend erwähnt zu werden, darum freue ich mich umso sehr, Folgendes mitteilen zu dürfen:
LAST.FM MACHT SOWIESO DIE BESSERE JAHRESSTATISTIK. Jawohl! Jetzt wissen es alle.
Insgesamt hat Last.fm 19.254 Scrobbels von 4.848 unterschiedlichen Titeln aufgezeichnet (ausgenommen alles, was ich mit dem Handy gehört habe, was nochmal 2.000 Scrobbel mehr sein dürften). 
Insgesamt habe ich zusammengerechnet etwa 46 Tage am Stück Musik gehört, was sechs Tage weniger sind als im Vorjahr. Das ist für mich aber kein Grund zur Sorge, sondern hängt v.a. damit zusammen, dass ich mir im Juni einen gottgleichen Plattenspieler zugelegt habe. Dazu gleich aber mehr.
Durchschnittlich habe ich 57 Songs am Tag gehört, am meisten im Januar und November, am wenigsten im März und Mai. Dass ich fast nie abends fernsehe, sieht man auch an der Höruhr: Zur Prime Time höre ich gerne Musik. (Zum Beispiel Prime Time von The Alan Par--- ich lass es.)
Was die Genres angeht, gibt es keine Überraschungen, allerdings wundert es mich, dass ich Samstags so selten Musik höre. Was zur Hölle habe ich an den Samstagen 2016 getrieben?


Top-Titel


Last.FM sagt, meine Top 5 Titel wären folgende:
1. Honne - Coastal Love (100 Scrobbels)
2. St. Lucia - The Winds Of Change (90)
3. Gerard - Panorama (87)
4. SG Lewis - No Less (80)
5. Everything Everything - Blast Doors (76)

Die Crux mit Letztgenanntem ist: Damit habe ich mich im Januar für ein scheußliches Uniprojekt morgens um halb fünf aus dem Bett gequält, und seitdem kann ich diesen Song nicht mehr hören, ohne Aggressionen zu bekommen. Gut ist er trotzdem!
SG Lewis hat es erneut unter die Top 5 geschafft, im Vorjahr stand er mit Warm auf Platz 1.
Insgesamt habe ich mit 4.848 Titeln mehr gehört als 96% der übrigen Last.FM-Nutzer. 74% der Songs habe ich seit Beginn der Musikaufzeichnung (... Oktober 2014) zum ersten Mal 2016 gehört.

Spotify sagt, meine Top 5 Titel wären folgende:
1. St. Lucia - The Winds Of Change
2. Gerard - Panorama
3. Poolside - Next To You
4. Chrystal Skies feat. Eden - Lost In The Sky
5. Club Cheval - Discipline

Gefühlt stimmt das sogar mehr als das, was Last.FM sagt. Statt der Mail mit meiner Statistik gab es übrigens eine Playlist mit meinen Top 100 Songs, das gleicht meinen Frust etwas aus.




Top-Künstler


Hier sieht es sogar ein wenig spannender aus, da ich viele Alben im Ganzen gehört habe. Besonders der Fall war das laut Last.FM bei diesen Herren:

1. C418 (535 Scrobbels)
2. Adam Young (462)
3. The Alan Parsons Project (432)
4. St. Lucia (318)
5. Tears For Fears (309)
6. Client Liaison (306)
7. SG Lewis (302)
8. Fewjar (298)
9. Drangsal (293)

Ja, es sind nur Herren.
Insgesamt habe ich 1.617 verschiedene Künstler gehört, das sind mehr als 97% der anderen Last.FM-Benutzer. 59% davon habe ich zum ersten Mal gehört und somit "neu entdeckt".
Meine liebsten Neuentdeckungen 2016 waren:
Drangsal, Mhokomo, C418, Adam Young, Client Liaison, Noble Oak, The Knocks, Tycho, Roosevelt, Strange Talk, Michael Schulte, Cheap Talk, Bon Iver, Delphic, Watsky, Golf, Gerard und Eden

Top-Alben

1. St. Lucia - Matter (308 Scrobbels)
2. Drangsal - Harieschaim (293)
3. C418 - one (285)
4. Adam Young - Apollo 11 (277)
5. Client Liaison - Client Liaison (232, davon gefühlt 200 innerhalb von drei Tagen, s.u.)
6. Fewjar - Until (228)
7. Noble Oak - Past Life (223)
8. Fenech-Soler - Rituals (216)
9. Everything Everything - Get To Heaven (213)

Witzigerweise habe ich einige der Alben schließlich auf Vinyl erbeutet, das Drangsal-Album z.B., nachdem ich ihn mehrere Tage lang auf Spotify rauf- und runterhörte. Auf die Fewjar-Vinyl warte ich leider immer noch.
Insgesamt habe ich 2.525 Alben gehört, das sind 97% mehr als der Rest der Last.FM-Community.



DiVinyl-Statistik


2015 begann ich mit dem Sammeln und Hören von Vinyl, weshalb ich mit insgesamt 159 Platten ins neue Jahr gestartet bin. Dabei ist es allerdings längst nicht geblieben, mittlerweile besitze ich 226 Schallplatten. Außerdem habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht und meinen Medion-Plattenspieler durch einen Dual DTJ 301 USB ersetzt, der nicht springt. Und das ist nicht selbstverständlich.
Subjektiv habe ich diese Platten am Häufigsten oder Liebsten gehört:


Aus der Kategorie Die Neuen: Frisch verliebt und Reissues.

Moderat - Moderat II
Golf - Playa Holz (Review)
Honne - Warm On A Cold Night
Mhokomo - you're here (Review)
OK KID - Zwei (Review)
Pink Floyd - Animals
Depeche Mode - Construction Time Again
Olli Schulz - Feelings aus der Asche
Wallis Bird - Home
Drangsal - Harieschaim (Review)


Aus der Kategorie Alte Liebe rostet nicht: Die Dauerbrenner.

Depeche Mode - Black Celebration
Supertramp - Even In The Quietest Moments
Genesis - The Lamb Lies Down On Broadway
The Alan Parsons Project - Pyramid
Toto - Fahrenheit
The Alan Parsons Project - I Robot
The Fixx - Reach The Beach
Tears For Fears - Songs From The Big Chair
Kraftwerk - Das Modell


Worst Of


Dieses Jahr habe ich wesentlich mehr schlechte Musik gehört, und neben den alten Verdächtigen, die ich ohnehin nicht leiden kann (deutsche Sänger wie Andreas Bourani - schreibt man den so? -, Tim Bendzsko - schreibt man den so? - und Bands wie AnnenMayKantereit) ging mir weniger auf den Keks als 2015. Das Radio habe ich wesentlich seltener beschimpft, das ist sogar mal gut.
Die drei schlimmsten Songs, die ich ertragen musste:



2. AnneMarieKantereit - Pocahontas (werde ich nicht verlinken)

3. Rainer von Vielen - Divan (immerhin sehr unterhaltsam)

Außerdem habe ich etwas entwickelt, was ich gerne das "Kontor-Gesicht" nenne, eine Mischung aus Migräne, Augenrollen und vollkommener Apathie.

Vorfreude auf 2017


Es gibt im Februar ein neues Bilderbuch-Album, Depeche Mode machen was im Frühling, ein paar Triquency-Songs werden zu Alben (z.B. der Rapper Lemur) und allgemein hoffe ich, dass da eine Menge gutes Zeug kommt. Momentan schwelge ich aber eher in den guten Stücken aus 2016.
Denn: Wenn man mir jetzt schon eine Liste mit meinen Lieblingssongs 2017 geben würde, wäre es nicht dasselbe.

Welche Platten haben euch 2016 begleitet? Was ist euer absoluter Lieblingssong?
Rutscht alle gut ins neue Jahr!

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Versteckte Schätze der Achtziger | THE FIXX

14:00 Jenny Karpe 0 Comments

1979.
Dieser Artikel darf unter keinen Umständen Wortspiele enthalten, die euch anfixxen könnten.
Hups, das ist mir so rausgerutscht. Verzeihung.

Bildquelle
New Wave! Ein Genre das, wenn man es bei Google eingibt, zunächst kein Genre ist, sondern eine Sportbekleidungsmarke. Das hat es nicht verdient.
Der Begriff wurde Ende der Siebziger für die Punk-Bewegung verwendet und erhielt später durch neue Elemente wie Syntheszier eine neue Bedeutung. Ultravox, Tubeway Army und The Human League wurden noch in den späten Siebzigern zu Vorreitern für Electro-Wave. Heute soll es aber nicht um OMD, Depeche Mode und andere bekannte New Wave-Bands gehen, sondern um The Fixx.

Also, zurück zu
1979.

The Fixx hat nie die Aufmerksamkeit bekommen, die diese Band verdient. Allein wenn ihr euch den Song One Thing Leads To Another anhört ... das ist einfach genial. Der Rhythmus, der Refrain, der Groove, der Stratocaster-Riff.
Grob vergleichen kann man die Gruppe mit A Flock Of Seagulls und Howard Jones.


Dazu sei gesagt: Das ist der bekannteste Song der Gruppe, gemeinsam mit Less Cites, More Moving People, Red Skies und Built For The Future. Ich persönlich kam durch das Debütalbum Shattered Rooms zur Gruppe, zwei Songs kannte ich meines Erachtens auch aus Miami Vice. Es ist nicht so, dass ich The Fixx durchweg rauf und runter höre, denn einige Titel sagen mir gar nicht zu (z.B. Lost In Battle Overseas). Trotzdem sollte der gute Teil wesentlich bekannter sein. Schämenswerterweise gibt es die meisten Alben nicht auf Spotify, dafür aber für sehr günstiges Geld in Plattenläden. (The Fixx will anscheinend kaum jemand haben.)

Die Anfänge von The Fixx liegen in den späten Siebzigern bei einer Band namens The Portraits, gegründet von Sänger Cy Curnin. Ein Jahr darauf hieß die Gruppe dann The Fix. Damit sie nicht mit Fixern und damit mit Drogenabhängigen in Verbindung gebracht werden konnten, kam es zum Namen The Fixx.

Ansonsten gibt es sehr wenig über The Fixx herauszufinden. Es gibt derzeit 12 Alben, das letzte davon ist 2012 erschienen und erinnert - rein vom Cover - noch sehr an den Stil der Achtziger. Gehört habe ich es noch nicht, das werde ich gerne in einem Blindhören-Post übernehmen.
Hier sind erst einmal einige Anspieltipps für euch:



Hier liebe ich das schnelle, helle Finale in Kombination mit den perfekten Synthies.


Bei diesem Song mag ich besonders den tiefen Synthie-Bass und das Gitarrenriff ... und die Tatsache, dass es trotzdem positiv klingt und nicht wie ein Track von The Cure.


Das könnte definitiv bei Miami Vice vorkommen, eine Runde Google hat allerdings ergeben, dass I'm Life und Phantom Living in der Serie vorkamen. Hier mag ich den groovigen Gitarrenpart und den irgendwie unheimlichen Chor am meisten.

Hoffentlich habt ihr The Fixx ein wenig für euch entdeckt. Kanntet ihr schon Songs von der Band, welche gefallen euch? Lasst mir gerne einen Kommentar da, ich würde mich freuen!










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The Piper At The Gates Of Dawn von Pink Floyd [Blindhören]

12:15 Jenny Karpe 0 Comments

1967.
Fassen wir es kurz: Heute sollte ich etwas einkaufen. Waschmittel, Erkältungsmedizin, Batterien, Brokkoli, Ingwer. Und nun, irgendwie bin ich in einen Elektronikladen gestolpert und ganz zufällig in der Vinylabteilung gelandet. Ich kann mir wirklich nicht erklären, wie das passieren konnte!
Jedenfalls liegt nun diese Platte hier und dreht sich. Während sie das tut, werde ich live darüber bloggen - danach hat der Post fertig zu sein.

21.00 Uhr.
Willkommen an Bord dieser Zeitmaschine! (Die ersten Takte der Platte spielen und haben mich sofort zu diesem Satz inspiriert). Obwohl sich dieser Blog eigentlich mit den 80ern und elektronischer Musik beschäftigt, widmen wir uns heute einem völlig anderen Jahr - 1967 - und einem anderen Genre - dem Psychadelic Rock.
Denn gerade läuft Astronomy Dominé, die erste Single des Debütalbums von Pink Floyd. Noch ganz ohne David Gilmour. Und trotzdem lassen sich jetzt schon einige Stilistiken erkennen, die später so typisch für Pink Floyd sein sollten. Gitarren, Drums, Piano ... von Synthies keine Spur, obwohl ich das meinen könnte.
Der Track klingt wie ein Auftakt zu einer Weltraumodyssee und könnte so oder so ähnlich auch zu Queen oder Genesis stammen ... gerade die Piano-Melodien und die Effekte erinnern mich daran.
Fun Fact: Das Intro war viele Jahre Titelmelodie des ARD-Brennpunkts, heute wird eine Variante davon verwendet.



21:03 Uhr.
Lucifer Sam klingt dank des Basses wie ein finsteres Kriminalthema, stimmlich geht es in die Richtung der Beatles ... was aus meiner Sicht besonders an der Qualität der Aufnahme liegt. Vermutlich erinnert mich Vieles aus dieser Zeit direkt an die Beatles. Eine kurze Recherche ergibt: Die Beatles waren zur selben Zeit wie Pink Floyd mit The Piper im berühmten Abbey Roads-Studio. Allerdings nahmen sie gerade Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band auf, was vermutlich das (für damalige Verhältnisse) komplette Gegenteil dazu ist.

Im Anschluss jedenfalls: Matilda Mother. Der Text steht hier ziemlich im Vordergrund, aber auch ein Gitarrensolo findet seinen Platz. Ich lese parallel Artikel über das Album und versuche zu verdrängen, wie alt es schon ist. Warum gibt es so etwas heute nicht mehr? Oder ... wo versteckt es sich? Wo sind diese wirren, teils ziemlich kindlich wirkenden Songtexte heute?
(Gut, ja, Bilderbuch macht so etwas. Stimmt).

21:14 Uhr.
Bei Flaming höre ich ein Klingeln, das mich an Time von The Wall erinnert. Mit Pow R. Toc H. (was für ein Titel!) geht es ... animalisch weiter. Es ist echt witzig und beeindruckend, wie viel Pink Floyd schon zu hören ist. Hier ist besonders das Schlagzeug im Zusammenspiel mit ... der Orgel? auf. Da es keine Synthies gibt, muss das eine Orgel sein. Eigenartiges Finale, und Schluss.

Es folgt der einzige Song dieser Platte, der nicht von Syd Barrett geschrieben wurde: Take Up Thy Stethoscope And Walk.
Zuerst einmal: "Thy"? Okay, Roger, Roger. (*badumm-tss*) Mach du mal. Immerhin seid ihr Pink Floyd, ihr dürft alles. Auch Shakespeare nachahmen.
Ich mag, wie sich der Song immer weiter in sich selbst hineinsteigert, das Schlagzeug am Ende wirkt allerdings etwas, naja, plump.
Vinylknistern, ich muss umdrehen. Aber erst einmal durchatmen. Das war eine wirklich abwechslungsreiche, stimmige A-Seite.

21:31 Uhr.
Dann mal ran an das jetzt schon sehr cool klingende Stück Interstellar Overdrive. Der Titel sagt eigentlich schon, wie der Song klingt und erinnert an den ersten Titel der Platte.
Hier waren wahrscheinlich Drogen im Spiel, besonders im unstrukturierten "Mittelteil", bei dem alle Gitarren durcheinanderspielen. Ach, was rede ich da ... Pink Floyd und LSD? Wir passt das denn zusammen? Pff!

21:39 Uhr.
Mittlerweile habe ich mir die Info ergooglet, woher der Titel The Piper at the Gates of Dawn stammt: Der englische Kinderbuchklassiker "Der Wind in den Weiden" besitzt ein siebtes Kapitel mit dieser Überschrift. Darin geht es um eine Wasserratte und einen Maulwurf, die jemanden suchen und dabei der Religion begegnen. Passt also perfekt zu Pink Floyd.

21:40 Uhr.
The Gnome ist definitiv wie ein Kindersong, allerdings würde ich das niemals meinen Kindern vorspielen. Obwohl ... so jung können die noch gar kein Englisch.
Chapter 24 schließt sich dem übrigens an. Ich mag es, wie Syd Barrett das Wort "brings" rollt.

21:48 Uhr.
Hihi, The Bike kenne ich tatsächlich schon, zumindest kommt es mir sehr bekannt vor. Schön, dass es scheinbar so viele sehr eigenartige Fahrrad-Lieder gibt. (Siehe Bicycle Race von Queen).
Das anschließende Finale ist GAR NICHT creepy. Neinnein.

Puh. Ein Fazit fällt mir ehrlich gesagt schwer, darum:










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SG Lewis: Bruchstücke eines perfekten Sommers [Kurzreview]

13:47 Jenny Karpe 0 Comments

2015/2016.
Dieser Mann ist ein Genie, ein Genie des Simplen, des Warmen, des Angenehmen. SG Lewis war mein Sommer 2015 und hat den Song geschrieben, den ich (laut Last.fm) am häufigsten gehört habe. Jetzt hat er eine neue EP herausgebracht, die einfach fast alles richtig macht. Spoiler.


Leider ist mein Sommer fast vorbei, der Stress geht wieder los. Aber selbst dann kann ich SG Lewis gut gebrauchen. Seine EP heißt Yours, ebenso der erste Titel. Der kommt mit dem typischen, entspannten, umfassenden Klang daher, den ich gern als "warm" bezeichne. Das können nur wenige Künstler, etwa Honne und Michael Schulte (Letzterer aber nicht immer). 


Mit Gallant bring SG Lewis den ersten von zwei Gastinterpreten auf die Platte. Bei Holding Back handelt es sich meiner Meinung nach am eindeutigsten um eine Popnummer, die so auch im Radio (1Live Plan B) laufen könnte. Ansonsten ist SG Lewis nicht speziell, aber eben beinahe zu entspannt. Gallants Stimme bringt neue Energie rein, die Gitarre hat einen genialen Groove. Das ist kein richtiger Mainstream, dafür ist es zu gut. Allerdings wird es gegen Ende hin doch etwas repetitiv.
Meant To Be erinnert mich hingegen an Roosevelt oder ... ach, keine Ahnung. Die Synthies sind erneut großartig, besonders mit guten Boxen. Das ist Musik zum reinlegen und wohlfühlen.
Bishop Nehru ist der Gastmusiker auf dem letzten Song, der sich nicht wesentlich, aber immerhin ein wenig von den anderen unterscheidet. Mit Gone ist da auf einmal Rap. Insgesamt überzeugt mich der Track nicht wirklich, aber ich kann nicht benennen, warum.

Anspieltipp: Holding Back
Klingt wie: Honne, Jack Garratt, Aquilo.










Mein Lieblingssong von SG Lewis ist übrigens dieser hier. Der Name ist Programm.


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Drangsal: Als wäre The Cure gut drauf [Kurzreview]

19:12 Jenny Karpe 0 Comments

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2016.
Ja, der Vergleich mit The Cure musste sein. Aber daran ist nichts Schlimmes, im Gegenteil. Das, was mir persönlich an The Cure zu finster ist, macht Drangsal in der fröhlichen Variante, auch wenn die Texte das nicht unterstützen. Gut zu hören beim Song Schutter.
Das Album Harieschaim ist bereits im April erschienen, zündet bei mir trotzdem erst jetzt. Ich mag die Wave-Art, den Bass und besonders die Synthies. Und auch die Gitarre ist sehr angenehm, drängelt sich eher selten in den Vordergrund. Besonders faszinierend finde ich auch die Titel der einzelnen Songs.


In den Achtzigern wäre das Album wahrscheinlich explodiert, heute blieb der Erfolg eher aus. Kann ich nicht nachvollziehen. Andererseits ist Max Gruber alias Drangsal viel zu cool für die Charts. Vielleicht ist es besser so, wenn der Erfolg so bleibt  und die Musik ebenfalls. Ich freue mich bereits auf das nächste Album und wünsche mir mehr Songs wie Will ich nur dich  der einzige deutsche Track, dessen Deutsch man schlechter versteht als das Englisch. Das ist auch einzigartig.

Anspieltipp: Do The Dominance, Will ich nur dich, Herzberg - 2013 Version
Klingt wie: The Cure, Rainbirds (Hinterkaifeck klingt wie Blueprint), The Human League

Das Album Harieschaim ist am 22. April 2016 bei Caroline (Universal Music) erschienen. Die Audio-CD kostet 16,99€, die Vinyl 20,99€.













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You're here von Mhokomo [Blindhören]

22:30 Jenny Karpe 0 Comments


2016.
HACH! Wie lange schon möchte ich über Fewjar schreiben? Und nun das. Noch vor dem nächsten Fewjar-Album "Until" (kommt im Herbst) und dem von mir langersehnten Debüt von Fewjar-Felix (Pseudonym: DNZR) haben Fewjar-Jako und Andre Moghimi abgeliefert. Es ist somit ein Beinahe-Soloprojekt von Jako, allerdings sollte man Andre niemals zum Sidekick herunterstufen. Der Typ hat es ebenso drauf, dementsprechend hoch sind meine Erwartungen.
Im Gegensatz zum Fewjar-Sound erwarte ich ein etwas düstereres, langsameres Album. Und eventuell werden mir die Felix-Synthies fehlen.

Artwork: Copyright bei Jakob Joiko


Kurze Erklärung: Beim Blindhören höre ich ein Album zum ersten Mal und notiere parallel meine Gedanken dazu. In erster Linie überlege ich, woran mich das Gehörte erinnert. Da ich ansonsten keine Ahnung von Musik habe, kann es einige fachliche Fehler geben.

21:03 Uhr.
Da ich das erste Stück token schon kenne, schreibe ich den Anfang dieses Posts, während der Song läuft. Mein Eindruck steht nämlich längst fest: Das ist ein grandioser Auftakt und so ziemlich das, was ich mir von dem Album erwarte. Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass der Rest des Albums genauso wird: Abwechslungsreich, dramatisch. Besonders der Rhythmus gefällt mir sehr, nur die tieffrequenten Synthies sind nicht so ganz mein Fall. Trotzdem freue ich mich in erster Linie auf die kommenden, ungehörten Songs. Für das Video hat Mhokomo bereits einen Webvideopreis erhalten.



So! Weiter geht es miiit *schaut auf spotify* this flight. Alle Stücknamen werden klein geschrieben, da halte ich mich ausnahmsweise dran. Leider kommt meine Vinyl erst im Sept --- wartet mal. Das klingt, als träfen Mike Oldfield und Modeselektor aufeinander. Hui, die Synthies!
Uuund da ist der Gesang von Jako, der alles so herrlich süßsauer-dramatisch macht. Hach.
Also, meine Vinyl kommt leider erst im September, darum muss ich mich noch mit Spotify begnügen.
Vielleicht komme ich noch darauf, woran mich dieser eine Synthie erinnert. Vielleicht an eine Nummer von Schiller?
Ohje, der tiefe Gesang von Jako gefällt mir wiederum nicht. Das ist ein bisschen schief. Dafür sind die Drums sehr schnieke.

21:13 Uhr. underneath, pt.1. Eines der wenigen Geräusche dieser Welt, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann, ist Gitarrengeschrappe. Dieses knarzige Geräusch da. Am Anfang des Songs ist es kurz zu hören, hoffentlich kommt es nicht so schnell wieder.
Echo! Manche Dinge ändern sich nie.
Mich würde echt interessieren, was der Musikexpress dazu sagt.
Noch wirkt alles wie ein Auftakt, der auf irgendetwas hinführt. Dieser chorale Gesang könnte genausogut ein Soundtrack sein, z.B. für eine im Nachhinein eingefügte Sterbeszene im Musical "We will rock you". Und das meine ich nicht negativ. Im Snippet gab es einen Song (inferior), den ich wirklich genial fand; auf den freue ich mich schon.



Die Streicher und das Piano, das zu i was here überführt, gefallen mir sehr.
Die Synthies deuten an, dass jetzt etwas mehr Schwung in die Bude kommt. (Eventuell etwas Daft Punk?). Der Filter über Jakos Stimme ist etwas gewagt, da fehlen irgendwie die Höhen.
Bislang ist das (neben token) der stärkste Song der Scheibe. Am Ende gibt es Jako nochmal mit klarer Stimme und Gitarre, das ist schön und ein wenig wie Eden Project, aber mit weniger Wumms. Stattdessen gibt es einige Star-Trek-Töne. Ich weiß noch nicht, ob es mir gefällt, dass der Song keine klare Struktur hat.

don't laugh randomly hat ein schönes Piano und - ähnlich wie Fewjar - Gemurmel und Geraune im Hintergrund.
Uiui! Ein Hans-Zimmer-Sound bei ca. ~1.40min/2.26min! Oder Schiller! Nein, das ist Schiller, ein richtiger Gänsehautbass. Das finde ich persönlich sooo cool.


21.27 Uhr.
Ich suche nach diesem Sound von Schiller, damit ich ihn hier einfügen kann.

21.36 Uhr.
Wow, jetzt habe ich so lange auf YouTube nach diesem Sound gesucht, dass ich ganz vergessen habe, was ich suche. Ich hab es nicht wirklich gefunden. Der Anfang von Lichtermeer kommt recht nah an das heran, was ich suche. Wenn ich das Richtige finde, trage ich es hier nach.


21.39 Uhr.
Ich spule ein wenig zurück und höre mich wieder rein. Zu don't laugh randomly bleibt allerdings nicht viel zu sagen, am Ende wirkt es dann doch sehr geordnet.
inferior beginnt mir Drums, die mir nicht gefallen. Das könnte auch der Beginn eines Bollywoodsongs sein, gemischt mit ... ahh, ich weiß es nicht. Es wird aber immer cooler, je mehr Ebenen hinzukommen, und plötzlich stören die Drums gar nicht mehr. Und die Gitarre ist der Hammer, erinnert mich auch an etwas ... eventuell einen coolen Sasha. (Wie? Ich habe natürlich nie Sasha gehört!).
WARUM IST DAS SO KURZ?


change. *grunz* Ich will aber grad nicht wechseln, meh.
Entweder liegt es an meinem Schiller-Schwall eben oder die Synthies klingen tatsächlich wieder wie Schiller. Andererseits benutzt Christopher von Deylen sechs Keyboards, also kann man beinahe jeden Synthie-Sound mit ihm verbinden. Lassen wir das also.
Mir fällt zu dem Stück nicht viel ein. Ruhig, wabernd, erneutes Echo. Das Finale spricht mich deutlich mehr an, vor allem wegen des Gesangs.

Da ist er auch schon, der zweite Teil des obigen Songs: underneath, pt. 2. Gitarrengezupfe entführt in fremde Kulturen, in pulsierende, dreckige Städte.
Huch, was ist denn mit Jakos Stimme? Das ist ja mal cool. Die Synthies im Mittelteil unterstützen das Kopfkino, das ich bei den anderen Songs nicht hatte. Ich überlege die ganze Zeit, woran es mich erinnert, ob überhaupt. Es ist evtl. das düstere Gegenstück zur Band Noble Oak oder Tycho.
Wow, das ist echt cool. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Saxofon (?) am Ende, sehr nice. Mag ich sehr.


Und da ist schon der letzte Song, der in den ersten paar Tönen nach "Infinity" (2008?) klingt. Plz don't.
Es handelt sich um let me disappear. Leicht schräge, harfenartige Töne und Gitarre. Klingt sehr angenehm und nicht ganz so düster. Natürlich macht das Jakos Stimme gleich wieder zunichte, aber wen kümmert das schon? Gegen Ende wird es angenehm orchestral, wie im Cloud-Atlas-OST von Tom Tykwer, Johnny Klimek und Reinhold Heil. Unten ein Beispiel: Ab 0:30 gibt es eine ähnlich rhythmische, anschwellende Stelle. (Den Film habe ich letzten für mein Unifach Audiodesign analysiert, seitdem bekomme ich die Melodien nicht aus dem Kopf).
Die Streicher und das tröpfelnde Harfengedöns (das ist sicherlich keine Harfe) sind im Mhokomo-Song auch sehr gut gelungen. Das Piano am Schluss erinnert an den wunderbaren Soundtrack von Professor Layton vs. Phoenix Wright.



22.03 Uhr.
Kein Vinylknistern. Spotify schweigt.


Es ist schwer, Mhokomo nicht ständig mit Fewjar zu vergleichen ... obwohl mir jetzt erst richtig klar wird, welche Rolle Felix übernimmt. Wenn man beide Projekte/Bands getrennt voneinander hört, fallen natürlich Gemeinsamkeiten auf (vor allem durch Jakos Stimme, die Echos und einzelne Gitarrenelemente sowie einige Synthie-Arrangements, die an den Moghimi-Remix von Indigo erinnern), aber auch eine großartige Eigenständigkeit und ein eigener Klang. Erst düster, später eher hoffnungsvoll und vor allem angenehm. Zwischendurch hatte ich ganz kurz Zweifel, ob ich die Vinyl überhaupt anhören werde, aber besonders token, inferior, underneath, pt.2 und let me disappear sind so gut, dass es sich lohnt. Die anderen Songs werde ich mir sicher noch ein paar Mal anhören müssen, damit ich sie liebgewinne (so war es auch bei einigen Fewjar-Songs, die ich mittlerweile nicht missen möchte).

A-, B-, C- oder D-Seite?: Da ich die beiden letzten Songs feiere: D-Seite.
Bester Song?: token, underneath, pt.2
Schwächster Song?: change

you're here ist am 29. Juli 2016 bei Schubert Music Agency Gmbh (Soulfood) erschienen. Die Doppel-Vinyl (inkl. MP3-Downloadcode) erscheint am 2. September für 24,99€. Die CD ist für 16,99€ zu haben.










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