Rückblick Feb. '16: Neue Plattenbauten

14:42 Jenny Karpe 0 Comments

2016.
Sooo viele Neuigkeiten! Am Liebsten würde ich zu jeder Platte und jedem Song einen Artikel schreiben, aber leider fehlt mir die Zeit dafür. Aus Angst, einige brillante Songs später zu vergessen (z.B. beim Schreiben meines Jahresrückblickes) werde ich ab sofort monatlich Bilanz ziehen.
Darum: Vorhang auf für die besten (nicht-analogen) Entdeckungen und Vinyl-Neueinkäufe des vergangenen Februars!



VINYL

Seit langerlanger Zeit war ich endlich wieder im Blue Site Recordshop in Bielefeld. Mein Einkauf fiel eher klein aus, dafür habe ich mir allerdings gleich vier große Wünsche erfüllen können:
Depeche Mode - Black Celebration
The Alan Parsons Project - Pyramid
The Alan Parsons Project - The Turn Of A Friendly Card
Fleetwood Mac - Tango In The Night
Für insgesamt 23€ kann man da echt nicht meckern! ♥
Außerdem habe ich mir diesen Monat via Internet Olli Schulz - Feelings aus der Asche zugelegt.

Ein echter Dauerbrenner auf dem Plattenspieler war allerdings ein anderes Album. Ich weiß wirklich nicht, ob ich mich dafür schämen sollte.


Vermutlich schon.

NICHT-VINYL-ALBEN

Laut Last.fm habe ich im Februar insgesamt 318 Alben gescrobbelt. Fünf davon möchte ich besonders hervorheben. Sogar mit Platzierungen! Hurra!

PLATZ 5


The Gates von Young Empires ist 2015 erschienen und enthält 10 sommerliche, elektronische Lieder. Ich habe im Februar sehr viel in der Richtung gehört und mag die ruhigen und doch energiegeladenen Passagen. Erinnert mich unter anderem an St.Lucia und Foster The People. Gleich Mercy ist zu einem meiner Monats-Lieblingssongs geworden.

PLATZ 4


Durch das Spiel Firewatch bin ich auf Cheap Talk und ihre EP Let's Get Electric - 1987 gestoßen. Man glaubt kaum, dass die Titel kaum ein Jahr alt sind. Sie eiern manchmal, haben ganz schrecklich-schöne 80s-Drums und machen wahnsinnig nostalgisch. Diese Band hat mehr Aufmerksamkeit verdient! Anspieltipp: Push Play.


PLATZ 3

Akustik mag ich meistens nicht. Dieses singer-songwriter-typische Geschrappe über eine Gitarre gehört zu den TOP 3 Geräuschen, mit denen man sich kirre machen kann. Umso schöner finde ich den Akustikteil der Rituals LP von Fenech-Soler; beinahe besser als die elektrischen Originale. Besonders In Our Blood ist genial.


PLATZ 2

Habe ziemlich lange hin- und herüberlegt, welches der beiden verbleibenden Neuentdeckungen mein Herz vollends erobert hat. Da ich aber mit einem Album fest gerechnet habe, ihm monatelang entgegenfieberte, ist St.Lucias Matter eigentlich keine richtige Neuentdeckung. Zu diesem Album wird es noch eine vollständige Review geben, versprochen. Dauerbrenner: The Winds Of Change.


PLATZ 1

Wie das oft so ist: Über zwölf Umwege stößt man auf Gold. In diesem Falle durch die allwöchentliche "Tracks der Woche"-Playlist, die Spotify automatisch generiert. Der erste Titel darin war ein Feature von Gypsy And The Cat (verlässlicher Sommerbegleiter im Auto) und den mir bis dahin unbekannten Musikern von Client Liaison. Letztere habe ich mir sofort genauer angehört. An einem einzigen Tag habe ich die EP gute 40 Mal gehört, was auch für meine Verhältnisse erschreckend ist. Besonders Feed The Rhythm finde ich gut, auch wenn ... nein, ich schäme mich für nichts mehr.



HONORABLE MENTIONS


Neben den vielen Alben gibt es natürlich auch großartige Einzelsongs, die ich hervorheben möchte. Im Februar sind da wirklich viele zusammengekommen. Eine kleine TOP 10, angeführt von der größten musikalischen Überraschung, die ich in diesem Jahr erleben durfte. (Spoiler: Zu musikalischen Plot Twists wird es in den nächsten Tagen einen Artikel geben!)




Nun denn! Wie war euer Februar? Habt ihr euch in neuen Gefilden bewegt? Entgegen meinen Gewohnheiten habe ich recht viel Klassik von Jean Sibelius und zum ersten Mal mehr Jazz gehört, allerdings hat mich Indie-Elektro-Synthiekram schnell wieder eingeholt.
Was war im Februar 2016 euer Lieblingssong?

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Die Achtziger brennen wieder: Cheap Talk und der Soundtrack zu »Firewatch«

13:39 Jenny Karpe 2 Comments

1989/2016.
Eigentlich soll dies ein Artikel über die unbekannteste mir bekannte Achtziger-Band werden, aber alles der Reihe nach.
Seit dem 09. Februar 2016 ist das Adventure-Spiel »Firewatch« für diverse Konsolen erhältlich. Noch nie habe ich so lange auf ein Computerspiel hingefiebert, saß Stunden vor dem Release ungeduldig vor dem Rechner. Zu dem jetzigen Zeitpunkt habe ich das Spiel noch nicht durchgespielt, aber trotzdem möchte ich euch unbedingt von seinem Soundtrack berichten.



Allem voran steht der von Chris Remo komponierte Score, der den Spieler nicht durchgängig beschallt, sondern immer dann eintritt, wenn einem besonders wehleidig ums Herz werden könnte.
Das Spiel versetzt einen in das Jahr 1989.
Man ist Henry, der vor seinen privaten Problemen in die Wildnis Wyomings flüchtet und dort einen ziemlich einsamen Job annimmt: Ab sofort verhindert er einen Sommer lang Waldbrände. Nur das Walkie-Talkie verbindet ihn mit einer anderen Person, ansonsten ist er allein. Die Landschaft wird durchwandert, Rätsel tun sich auf - und trotz allem ist alles sehr harmonisch und wunderschön.
Das zeigt sich auch bei der Wahl der Musik: Immer, wenn man es nicht erwartet, setzt der fabelhafte OST ein. Ansonsten dominieren die Klänge des Canyons und der Wälder.


Bedeutungsschwer, wehmütig und ein wenig dramatisch. In anderen Spielen setzt Musik eher dann ein, wenn Gefahr droht. Hier ist das nicht immer der Fall, manchmal hat man eher das Gefühl, dass der instrumentale Soundtrack einen leichten Schubser gibt. »Sieh hin!«
Wer schon einmal mit Musik wandern war, weiß, dass sie mal Fluch, mal Segen sein kann. Dass man nicht durchgängig beschallt wird, finde ich daher sehr gelungen.
Und jetzt komme ich endlich zu der unbekanntesten Achtziger-Band, die mir bekannt ist. Und das ist sie auch erst seit gestern; seit ich zum ersten Mal »Firewatch« gespielt habe.
Gleich zu Beginn des Spiels lassen Unbekannte Feuerwerkskörper knallen. Man geht sie aufspüren, entdeckt ihr Lager, findet Kleidung und schließlich zwei weibliche Schemen, die in einem abendlichen See baden. Und dabei spielt dieser eine Song, der sogar mehr nach den Achtzigern klingt als Mitch Murder. Dabei stammt er aus dem Jahr 2015 von einer anscheinend vollkommen unbekannten Band namens »Cheap Talk«.


Und während dieses Lied aus den Boxen der Boombox drang, war der Score von Remo kurz gar nichts gegen das, was Push Play in mir ausgelöst hat. Ich habe 1989 noch nicht gelebt, trotzdem hatte ich plötzlich eine unfassbare Sehnsucht nach dieser Zeit. Danach, selbst in die Einöde von Wyoming zu gehen. Von mir aus auch, um dort in einem See zu dieser Musik baden zu gehen, nachdem man illegal Feuerwerkskörper in die Luft gejagt hat.


»Firewatch« und sein gesamter Soundtrack sind Fern- und Zeitweh.
Wer dieses Spiel nicht spielt, verpasst eindeutig etwas; nicht nur auf der musikalischen Ebene.
Und wenn ihr nicht spielen könnt oder wollt, hört euch wenigstens beides an: Den OST von Chris Remo und die »Let's Get Electric«-LP von Cheap Talk.












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