Die Achtziger brennen wieder: Cheap Talk und der Soundtrack zu »Firewatch«

13:39 Jenny Karpe 2 Comments

1989/2016.
Eigentlich soll dies ein Artikel über die unbekannteste mir bekannte Achtziger-Band werden, aber alles der Reihe nach.
Seit dem 09. Februar 2016 ist das Adventure-Spiel »Firewatch« für diverse Konsolen erhältlich. Noch nie habe ich so lange auf ein Computerspiel hingefiebert, saß Stunden vor dem Release ungeduldig vor dem Rechner. Zu dem jetzigen Zeitpunkt habe ich das Spiel noch nicht durchgespielt, aber trotzdem möchte ich euch unbedingt von seinem Soundtrack berichten.



Allem voran steht der von Chris Remo komponierte Score, der den Spieler nicht durchgängig beschallt, sondern immer dann eintritt, wenn einem besonders wehleidig ums Herz werden könnte.
Das Spiel versetzt einen in das Jahr 1989.
Man ist Henry, der vor seinen privaten Problemen in die Wildnis Wyomings flüchtet und dort einen ziemlich einsamen Job annimmt: Ab sofort verhindert er einen Sommer lang Waldbrände. Nur das Walkie-Talkie verbindet ihn mit einer anderen Person, ansonsten ist er allein. Die Landschaft wird durchwandert, Rätsel tun sich auf - und trotz allem ist alles sehr harmonisch und wunderschön.
Das zeigt sich auch bei der Wahl der Musik: Immer, wenn man es nicht erwartet, setzt der fabelhafte OST ein. Ansonsten dominieren die Klänge des Canyons und der Wälder.


Bedeutungsschwer, wehmütig und ein wenig dramatisch. In anderen Spielen setzt Musik eher dann ein, wenn Gefahr droht. Hier ist das nicht immer der Fall, manchmal hat man eher das Gefühl, dass der instrumentale Soundtrack einen leichten Schubser gibt. »Sieh hin!«
Wer schon einmal mit Musik wandern war, weiß, dass sie mal Fluch, mal Segen sein kann. Dass man nicht durchgängig beschallt wird, finde ich daher sehr gelungen.
Und jetzt komme ich endlich zu der unbekanntesten Achtziger-Band, die mir bekannt ist. Und das ist sie auch erst seit gestern; seit ich zum ersten Mal »Firewatch« gespielt habe.
Gleich zu Beginn des Spiels lassen Unbekannte Feuerwerkskörper knallen. Man geht sie aufspüren, entdeckt ihr Lager, findet Kleidung und schließlich zwei weibliche Schemen, die in einem abendlichen See baden. Und dabei spielt dieser eine Song, der sogar mehr nach den Achtzigern klingt als Mitch Murder. Dabei stammt er aus dem Jahr 2015 von einer anscheinend vollkommen unbekannten Band namens »Cheap Talk«.


Und während dieses Lied aus den Boxen der Boombox drang, war der Score von Remo kurz gar nichts gegen das, was Push Play in mir ausgelöst hat. Ich habe 1989 noch nicht gelebt, trotzdem hatte ich plötzlich eine unfassbare Sehnsucht nach dieser Zeit. Danach, selbst in die Einöde von Wyoming zu gehen. Von mir aus auch, um dort in einem See zu dieser Musik baden zu gehen, nachdem man illegal Feuerwerkskörper in die Luft gejagt hat.


»Firewatch« und sein gesamter Soundtrack sind Fern- und Zeitweh.
Wer dieses Spiel nicht spielt, verpasst eindeutig etwas; nicht nur auf der musikalischen Ebene.
Und wenn ihr nicht spielen könnt oder wollt, hört euch wenigstens beides an: Den OST von Chris Remo und die »Let's Get Electric«-LP von Cheap Talk.












Kommentare:

  1. Danke Für den coolen Beitrag!
    Du sprichst mir aus der Seele was die Musik, das gameplay und die Emotionen während dem Spielen von Firewatch angeht.

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