You're here von Mhokomo [Blindhören]

22:30 Jenny Karpe 0 Comments


2016.
HACH! Wie lange schon möchte ich über Fewjar schreiben? Und nun das. Noch vor dem nächsten Fewjar-Album "Until" (kommt im Herbst) und dem von mir langersehnten Debüt von Fewjar-Felix (Pseudonym: DNZR) haben Fewjar-Jako und Andre Moghimi abgeliefert. Es ist somit ein Beinahe-Soloprojekt von Jako, allerdings sollte man Andre niemals zum Sidekick herunterstufen. Der Typ hat es ebenso drauf, dementsprechend hoch sind meine Erwartungen.
Im Gegensatz zum Fewjar-Sound erwarte ich ein etwas düstereres, langsameres Album. Und eventuell werden mir die Felix-Synthies fehlen.

Artwork: Copyright bei Jakob Joiko


Kurze Erklärung: Beim Blindhören höre ich ein Album zum ersten Mal und notiere parallel meine Gedanken dazu. In erster Linie überlege ich, woran mich das Gehörte erinnert. Da ich ansonsten keine Ahnung von Musik habe, kann es einige fachliche Fehler geben.

21:03 Uhr.
Da ich das erste Stück token schon kenne, schreibe ich den Anfang dieses Posts, während der Song läuft. Mein Eindruck steht nämlich längst fest: Das ist ein grandioser Auftakt und so ziemlich das, was ich mir von dem Album erwarte. Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass der Rest des Albums genauso wird: Abwechslungsreich, dramatisch. Besonders der Rhythmus gefällt mir sehr, nur die tieffrequenten Synthies sind nicht so ganz mein Fall. Trotzdem freue ich mich in erster Linie auf die kommenden, ungehörten Songs. Für das Video hat Mhokomo bereits einen Webvideopreis erhalten.



So! Weiter geht es miiit *schaut auf spotify* this flight. Alle Stücknamen werden klein geschrieben, da halte ich mich ausnahmsweise dran. Leider kommt meine Vinyl erst im Sept --- wartet mal. Das klingt, als träfen Mike Oldfield und Modeselektor aufeinander. Hui, die Synthies!
Uuund da ist der Gesang von Jako, der alles so herrlich süßsauer-dramatisch macht. Hach.
Also, meine Vinyl kommt leider erst im September, darum muss ich mich noch mit Spotify begnügen.
Vielleicht komme ich noch darauf, woran mich dieser eine Synthie erinnert. Vielleicht an eine Nummer von Schiller?
Ohje, der tiefe Gesang von Jako gefällt mir wiederum nicht. Das ist ein bisschen schief. Dafür sind die Drums sehr schnieke.

21:13 Uhr. underneath, pt.1. Eines der wenigen Geräusche dieser Welt, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann, ist Gitarrengeschrappe. Dieses knarzige Geräusch da. Am Anfang des Songs ist es kurz zu hören, hoffentlich kommt es nicht so schnell wieder.
Echo! Manche Dinge ändern sich nie.
Mich würde echt interessieren, was der Musikexpress dazu sagt.
Noch wirkt alles wie ein Auftakt, der auf irgendetwas hinführt. Dieser chorale Gesang könnte genausogut ein Soundtrack sein, z.B. für eine im Nachhinein eingefügte Sterbeszene im Musical "We will rock you". Und das meine ich nicht negativ. Im Snippet gab es einen Song (inferior), den ich wirklich genial fand; auf den freue ich mich schon.



Die Streicher und das Piano, das zu i was here überführt, gefallen mir sehr.
Die Synthies deuten an, dass jetzt etwas mehr Schwung in die Bude kommt. (Eventuell etwas Daft Punk?). Der Filter über Jakos Stimme ist etwas gewagt, da fehlen irgendwie die Höhen.
Bislang ist das (neben token) der stärkste Song der Scheibe. Am Ende gibt es Jako nochmal mit klarer Stimme und Gitarre, das ist schön und ein wenig wie Eden Project, aber mit weniger Wumms. Stattdessen gibt es einige Star-Trek-Töne. Ich weiß noch nicht, ob es mir gefällt, dass der Song keine klare Struktur hat.

don't laugh randomly hat ein schönes Piano und - ähnlich wie Fewjar - Gemurmel und Geraune im Hintergrund.
Uiui! Ein Hans-Zimmer-Sound bei ca. ~1.40min/2.26min! Oder Schiller! Nein, das ist Schiller, ein richtiger Gänsehautbass. Das finde ich persönlich sooo cool.


21.27 Uhr.
Ich suche nach diesem Sound von Schiller, damit ich ihn hier einfügen kann.

21.36 Uhr.
Wow, jetzt habe ich so lange auf YouTube nach diesem Sound gesucht, dass ich ganz vergessen habe, was ich suche. Ich hab es nicht wirklich gefunden. Der Anfang von Lichtermeer kommt recht nah an das heran, was ich suche. Wenn ich das Richtige finde, trage ich es hier nach.


21.39 Uhr.
Ich spule ein wenig zurück und höre mich wieder rein. Zu don't laugh randomly bleibt allerdings nicht viel zu sagen, am Ende wirkt es dann doch sehr geordnet.
inferior beginnt mir Drums, die mir nicht gefallen. Das könnte auch der Beginn eines Bollywoodsongs sein, gemischt mit ... ahh, ich weiß es nicht. Es wird aber immer cooler, je mehr Ebenen hinzukommen, und plötzlich stören die Drums gar nicht mehr. Und die Gitarre ist der Hammer, erinnert mich auch an etwas ... eventuell einen coolen Sasha. (Wie? Ich habe natürlich nie Sasha gehört!).
WARUM IST DAS SO KURZ?


change. *grunz* Ich will aber grad nicht wechseln, meh.
Entweder liegt es an meinem Schiller-Schwall eben oder die Synthies klingen tatsächlich wieder wie Schiller. Andererseits benutzt Christopher von Deylen sechs Keyboards, also kann man beinahe jeden Synthie-Sound mit ihm verbinden. Lassen wir das also.
Mir fällt zu dem Stück nicht viel ein. Ruhig, wabernd, erneutes Echo. Das Finale spricht mich deutlich mehr an, vor allem wegen des Gesangs.

Da ist er auch schon, der zweite Teil des obigen Songs: underneath, pt. 2. Gitarrengezupfe entführt in fremde Kulturen, in pulsierende, dreckige Städte.
Huch, was ist denn mit Jakos Stimme? Das ist ja mal cool. Die Synthies im Mittelteil unterstützen das Kopfkino, das ich bei den anderen Songs nicht hatte. Ich überlege die ganze Zeit, woran es mich erinnert, ob überhaupt. Es ist evtl. das düstere Gegenstück zur Band Noble Oak oder Tycho.
Wow, das ist echt cool. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Saxofon (?) am Ende, sehr nice. Mag ich sehr.


Und da ist schon der letzte Song, der in den ersten paar Tönen nach "Infinity" (2008?) klingt. Plz don't.
Es handelt sich um let me disappear. Leicht schräge, harfenartige Töne und Gitarre. Klingt sehr angenehm und nicht ganz so düster. Natürlich macht das Jakos Stimme gleich wieder zunichte, aber wen kümmert das schon? Gegen Ende wird es angenehm orchestral, wie im Cloud-Atlas-OST von Tom Tykwer, Johnny Klimek und Reinhold Heil. Unten ein Beispiel: Ab 0:30 gibt es eine ähnlich rhythmische, anschwellende Stelle. (Den Film habe ich letzten für mein Unifach Audiodesign analysiert, seitdem bekomme ich die Melodien nicht aus dem Kopf).
Die Streicher und das tröpfelnde Harfengedöns (das ist sicherlich keine Harfe) sind im Mhokomo-Song auch sehr gut gelungen. Das Piano am Schluss erinnert an den wunderbaren Soundtrack von Professor Layton vs. Phoenix Wright.



22.03 Uhr.
Kein Vinylknistern. Spotify schweigt.


Es ist schwer, Mhokomo nicht ständig mit Fewjar zu vergleichen ... obwohl mir jetzt erst richtig klar wird, welche Rolle Felix übernimmt. Wenn man beide Projekte/Bands getrennt voneinander hört, fallen natürlich Gemeinsamkeiten auf (vor allem durch Jakos Stimme, die Echos und einzelne Gitarrenelemente sowie einige Synthie-Arrangements, die an den Moghimi-Remix von Indigo erinnern), aber auch eine großartige Eigenständigkeit und ein eigener Klang. Erst düster, später eher hoffnungsvoll und vor allem angenehm. Zwischendurch hatte ich ganz kurz Zweifel, ob ich die Vinyl überhaupt anhören werde, aber besonders token, inferior, underneath, pt.2 und let me disappear sind so gut, dass es sich lohnt. Die anderen Songs werde ich mir sicher noch ein paar Mal anhören müssen, damit ich sie liebgewinne (so war es auch bei einigen Fewjar-Songs, die ich mittlerweile nicht missen möchte).

A-, B-, C- oder D-Seite?: Da ich die beiden letzten Songs feiere: D-Seite.
Bester Song?: token, underneath, pt.2
Schwächster Song?: change

you're here ist am 29. Juli 2016 bei Schubert Music Agency Gmbh (Soulfood) erschienen. Die Doppel-Vinyl (inkl. MP3-Downloadcode) erscheint am 2. September für 24,99€. Die CD ist für 16,99€ zu haben.










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