Bloß nichts vergessen! Mein Musikjahr 2016

13:18 Jenny Karpe 0 Comments

2016.
Es ist wirklich unfassbar kreativ von mir, für meinen diesjährigen Jahresrückblick denselben Titel wie im Vorjahr zu verwenden, nur mit einer anderen Zahl dahinter. Aber versprochen: Dieser Post wird nicht 1:1 dem von 2015 entsprechen.

In diesem Jahr habe ich angefangen, als Musikredakteurin für Radio Triquency zu "arbeiten", wodurch ich in Kontakt mit wesentlich mehr Musik kam und auch Tracks hören musste, die mir nicht gefallen. Trotzdem hieß es da: Objektiv bleiben und überlegen, ob sie nur in meinen Ohren schlecht klingen. (Das Ergebnis dieser Arbeit hört ihr 24/7 auf triquency.de im Livestream).
Wenn ich darf, werde ich diesen Posten auch im neuen Jahr erfüllen, sodass ich meinen musikalischen Horizont mehr erweitern kann.
Genug geschwafelt! Hier ist er, der Jahresrückblick!

DiKategorien

Alljährliche allgemeine Auswertung aller Auswertungen
Top-Titel
Top-Künstler
Top-Alben
Die Vinyl-Statistik
Worst Of 2016
Vorfreude auf 2017

Kleiner Spoiler auf die Vinyl-Statistik

Alljährliche allgemeine Auswertung aller Auswertungen


Während alle möglichen Leute einen detaillierten Jahresrückblick von Spotify erhalten haben, fehlt mir die entsprechende Mail dazu. Offenbar kann Spotify darauf verzichten, hier lobend erwähnt zu werden, darum freue ich mich umso sehr, Folgendes mitteilen zu dürfen:
LAST.FM MACHT SOWIESO DIE BESSERE JAHRESSTATISTIK. Jawohl! Jetzt wissen es alle.
Insgesamt hat Last.fm 19.254 Scrobbels von 4.848 unterschiedlichen Titeln aufgezeichnet (ausgenommen alles, was ich mit dem Handy gehört habe, was nochmal 2.000 Scrobbel mehr sein dürften). 
Insgesamt habe ich zusammengerechnet etwa 46 Tage am Stück Musik gehört, was sechs Tage weniger sind als im Vorjahr. Das ist für mich aber kein Grund zur Sorge, sondern hängt v.a. damit zusammen, dass ich mir im Juni einen gottgleichen Plattenspieler zugelegt habe. Dazu gleich aber mehr.
Durchschnittlich habe ich 57 Songs am Tag gehört, am meisten im Januar und November, am wenigsten im März und Mai. Dass ich fast nie abends fernsehe, sieht man auch an der Höruhr: Zur Prime Time höre ich gerne Musik. (Zum Beispiel Prime Time von The Alan Par--- ich lass es.)
Was die Genres angeht, gibt es keine Überraschungen, allerdings wundert es mich, dass ich Samstags so selten Musik höre. Was zur Hölle habe ich an den Samstagen 2016 getrieben?


Top-Titel


Last.FM sagt, meine Top 5 Titel wären folgende:
1. Honne - Coastal Love (100 Scrobbels)
2. St. Lucia - The Winds Of Change (90)
3. Gerard - Panorama (87)
4. SG Lewis - No Less (80)
5. Everything Everything - Blast Doors (76)

Die Crux mit Letztgenanntem ist: Damit habe ich mich im Januar für ein scheußliches Uniprojekt morgens um halb fünf aus dem Bett gequält, und seitdem kann ich diesen Song nicht mehr hören, ohne Aggressionen zu bekommen. Gut ist er trotzdem!
SG Lewis hat es erneut unter die Top 5 geschafft, im Vorjahr stand er mit Warm auf Platz 1.
Insgesamt habe ich mit 4.848 Titeln mehr gehört als 96% der übrigen Last.FM-Nutzer. 74% der Songs habe ich seit Beginn der Musikaufzeichnung (... Oktober 2014) zum ersten Mal 2016 gehört.

Spotify sagt, meine Top 5 Titel wären folgende:
1. St. Lucia - The Winds Of Change
2. Gerard - Panorama
3. Poolside - Next To You
4. Chrystal Skies feat. Eden - Lost In The Sky
5. Club Cheval - Discipline

Gefühlt stimmt das sogar mehr als das, was Last.FM sagt. Statt der Mail mit meiner Statistik gab es übrigens eine Playlist mit meinen Top 100 Songs, das gleicht meinen Frust etwas aus.




Top-Künstler


Hier sieht es sogar ein wenig spannender aus, da ich viele Alben im Ganzen gehört habe. Besonders der Fall war das laut Last.FM bei diesen Herren:

1. C418 (535 Scrobbels)
2. Adam Young (462)
3. The Alan Parsons Project (432)
4. St. Lucia (318)
5. Tears For Fears (309)
6. Client Liaison (306)
7. SG Lewis (302)
8. Fewjar (298)
9. Drangsal (293)

Ja, es sind nur Herren.
Insgesamt habe ich 1.617 verschiedene Künstler gehört, das sind mehr als 97% der anderen Last.FM-Benutzer. 59% davon habe ich zum ersten Mal gehört und somit "neu entdeckt".
Meine liebsten Neuentdeckungen 2016 waren:
Drangsal, Mhokomo, C418, Adam Young, Client Liaison, Noble Oak, The Knocks, Tycho, Roosevelt, Strange Talk, Michael Schulte, Cheap Talk, Bon Iver, Delphic, Watsky, Golf, Gerard und Eden

Top-Alben

1. St. Lucia - Matter (308 Scrobbels)
2. Drangsal - Harieschaim (293)
3. C418 - one (285)
4. Adam Young - Apollo 11 (277)
5. Client Liaison - Client Liaison (232, davon gefühlt 200 innerhalb von drei Tagen, s.u.)
6. Fewjar - Until (228)
7. Noble Oak - Past Life (223)
8. Fenech-Soler - Rituals (216)
9. Everything Everything - Get To Heaven (213)

Witzigerweise habe ich einige der Alben schließlich auf Vinyl erbeutet, das Drangsal-Album z.B., nachdem ich ihn mehrere Tage lang auf Spotify rauf- und runterhörte. Auf die Fewjar-Vinyl warte ich leider immer noch.
Insgesamt habe ich 2.525 Alben gehört, das sind 97% mehr als der Rest der Last.FM-Community.



DiVinyl-Statistik


2015 begann ich mit dem Sammeln und Hören von Vinyl, weshalb ich mit insgesamt 159 Platten ins neue Jahr gestartet bin. Dabei ist es allerdings längst nicht geblieben, mittlerweile besitze ich 226 Schallplatten. Außerdem habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht und meinen Medion-Plattenspieler durch einen Dual DTJ 301 USB ersetzt, der nicht springt. Und das ist nicht selbstverständlich.
Subjektiv habe ich diese Platten am Häufigsten oder Liebsten gehört:


Aus der Kategorie Die Neuen: Frisch verliebt und Reissues.

Moderat - Moderat II
Golf - Playa Holz (Review)
Honne - Warm On A Cold Night
Mhokomo - you're here (Review)
OK KID - Zwei (Review)
Pink Floyd - Animals
Depeche Mode - Construction Time Again
Olli Schulz - Feelings aus der Asche
Wallis Bird - Home
Drangsal - Harieschaim (Review)


Aus der Kategorie Alte Liebe rostet nicht: Die Dauerbrenner.

Depeche Mode - Black Celebration
Supertramp - Even In The Quietest Moments
Genesis - The Lamb Lies Down On Broadway
The Alan Parsons Project - Pyramid
Toto - Fahrenheit
The Alan Parsons Project - I Robot
The Fixx - Reach The Beach
Tears For Fears - Songs From The Big Chair
Kraftwerk - Das Modell


Worst Of


Dieses Jahr habe ich wesentlich mehr schlechte Musik gehört, und neben den alten Verdächtigen, die ich ohnehin nicht leiden kann (deutsche Sänger wie Andreas Bourani - schreibt man den so? -, Tim Bendzsko - schreibt man den so? - und Bands wie AnnenMayKantereit) ging mir weniger auf den Keks als 2015. Das Radio habe ich wesentlich seltener beschimpft, das ist sogar mal gut.
Die drei schlimmsten Songs, die ich ertragen musste:



2. AnneMarieKantereit - Pocahontas (werde ich nicht verlinken)

3. Rainer von Vielen - Divan (immerhin sehr unterhaltsam)

Außerdem habe ich etwas entwickelt, was ich gerne das "Kontor-Gesicht" nenne, eine Mischung aus Migräne, Augenrollen und vollkommener Apathie.

Vorfreude auf 2017


Es gibt im Februar ein neues Bilderbuch-Album, Depeche Mode machen was im Frühling, ein paar Triquency-Songs werden zu Alben (z.B. der Rapper Lemur) und allgemein hoffe ich, dass da eine Menge gutes Zeug kommt. Momentan schwelge ich aber eher in den guten Stücken aus 2016.
Denn: Wenn man mir jetzt schon eine Liste mit meinen Lieblingssongs 2017 geben würde, wäre es nicht dasselbe.

Welche Platten haben euch 2016 begleitet? Was ist euer absoluter Lieblingssong?
Rutscht alle gut ins neue Jahr!

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Versteckte Schätze der Achtziger | THE FIXX

14:00 Jenny Karpe 0 Comments

1979.
Dieser Artikel darf unter keinen Umständen Wortspiele enthalten, die euch anfixxen könnten.
Hups, das ist mir so rausgerutscht. Verzeihung.

Bildquelle
New Wave! Ein Genre das, wenn man es bei Google eingibt, zunächst kein Genre ist, sondern eine Sportbekleidungsmarke. Das hat es nicht verdient.
Der Begriff wurde Ende der Siebziger für die Punk-Bewegung verwendet und erhielt später durch neue Elemente wie Syntheszier eine neue Bedeutung. Ultravox, Tubeway Army und The Human League wurden noch in den späten Siebzigern zu Vorreitern für Electro-Wave. Heute soll es aber nicht um OMD, Depeche Mode und andere bekannte New Wave-Bands gehen, sondern um The Fixx.

Also, zurück zu
1979.

The Fixx hat nie die Aufmerksamkeit bekommen, die diese Band verdient. Allein wenn ihr euch den Song One Thing Leads To Another anhört ... das ist einfach genial. Der Rhythmus, der Refrain, der Groove, der Stratocaster-Riff.
Grob vergleichen kann man die Gruppe mit A Flock Of Seagulls und Howard Jones.


Dazu sei gesagt: Das ist der bekannteste Song der Gruppe, gemeinsam mit Less Cites, More Moving People, Red Skies und Built For The Future. Ich persönlich kam durch das Debütalbum Shattered Rooms zur Gruppe, zwei Songs kannte ich meines Erachtens auch aus Miami Vice. Es ist nicht so, dass ich The Fixx durchweg rauf und runter höre, denn einige Titel sagen mir gar nicht zu (z.B. Lost In Battle Overseas). Trotzdem sollte der gute Teil wesentlich bekannter sein. Schämenswerterweise gibt es die meisten Alben nicht auf Spotify, dafür aber für sehr günstiges Geld in Plattenläden. (The Fixx will anscheinend kaum jemand haben.)

Die Anfänge von The Fixx liegen in den späten Siebzigern bei einer Band namens The Portraits, gegründet von Sänger Cy Curnin. Ein Jahr darauf hieß die Gruppe dann The Fix. Damit sie nicht mit Fixern und damit mit Drogenabhängigen in Verbindung gebracht werden konnten, kam es zum Namen The Fixx.

Ansonsten gibt es sehr wenig über The Fixx herauszufinden. Es gibt derzeit 12 Alben, das letzte davon ist 2012 erschienen und erinnert - rein vom Cover - noch sehr an den Stil der Achtziger. Gehört habe ich es noch nicht, das werde ich gerne in einem Blindhören-Post übernehmen.
Hier sind erst einmal einige Anspieltipps für euch:



Hier liebe ich das schnelle, helle Finale in Kombination mit den perfekten Synthies.


Bei diesem Song mag ich besonders den tiefen Synthie-Bass und das Gitarrenriff ... und die Tatsache, dass es trotzdem positiv klingt und nicht wie ein Track von The Cure.


Das könnte definitiv bei Miami Vice vorkommen, eine Runde Google hat allerdings ergeben, dass I'm Life und Phantom Living in der Serie vorkamen. Hier mag ich den groovigen Gitarrenpart und den irgendwie unheimlichen Chor am meisten.

Hoffentlich habt ihr The Fixx ein wenig für euch entdeckt. Kanntet ihr schon Songs von der Band, welche gefallen euch? Lasst mir gerne einen Kommentar da, ich würde mich freuen!










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The Piper At The Gates Of Dawn von Pink Floyd [Blindhören]

12:15 Jenny Karpe 0 Comments

1967.
Fassen wir es kurz: Heute sollte ich etwas einkaufen. Waschmittel, Erkältungsmedizin, Batterien, Brokkoli, Ingwer. Und nun, irgendwie bin ich in einen Elektronikladen gestolpert und ganz zufällig in der Vinylabteilung gelandet. Ich kann mir wirklich nicht erklären, wie das passieren konnte!
Jedenfalls liegt nun diese Platte hier und dreht sich. Während sie das tut, werde ich live darüber bloggen - danach hat der Post fertig zu sein.

21.00 Uhr.
Willkommen an Bord dieser Zeitmaschine! (Die ersten Takte der Platte spielen und haben mich sofort zu diesem Satz inspiriert). Obwohl sich dieser Blog eigentlich mit den 80ern und elektronischer Musik beschäftigt, widmen wir uns heute einem völlig anderen Jahr - 1967 - und einem anderen Genre - dem Psychadelic Rock.
Denn gerade läuft Astronomy Dominé, die erste Single des Debütalbums von Pink Floyd. Noch ganz ohne David Gilmour. Und trotzdem lassen sich jetzt schon einige Stilistiken erkennen, die später so typisch für Pink Floyd sein sollten. Gitarren, Drums, Piano ... von Synthies keine Spur, obwohl ich das meinen könnte.
Der Track klingt wie ein Auftakt zu einer Weltraumodyssee und könnte so oder so ähnlich auch zu Queen oder Genesis stammen ... gerade die Piano-Melodien und die Effekte erinnern mich daran.
Fun Fact: Das Intro war viele Jahre Titelmelodie des ARD-Brennpunkts, heute wird eine Variante davon verwendet.



21:03 Uhr.
Lucifer Sam klingt dank des Basses wie ein finsteres Kriminalthema, stimmlich geht es in die Richtung der Beatles ... was aus meiner Sicht besonders an der Qualität der Aufnahme liegt. Vermutlich erinnert mich Vieles aus dieser Zeit direkt an die Beatles. Eine kurze Recherche ergibt: Die Beatles waren zur selben Zeit wie Pink Floyd mit The Piper im berühmten Abbey Roads-Studio. Allerdings nahmen sie gerade Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band auf, was vermutlich das (für damalige Verhältnisse) komplette Gegenteil dazu ist.

Im Anschluss jedenfalls: Matilda Mother. Der Text steht hier ziemlich im Vordergrund, aber auch ein Gitarrensolo findet seinen Platz. Ich lese parallel Artikel über das Album und versuche zu verdrängen, wie alt es schon ist. Warum gibt es so etwas heute nicht mehr? Oder ... wo versteckt es sich? Wo sind diese wirren, teils ziemlich kindlich wirkenden Songtexte heute?
(Gut, ja, Bilderbuch macht so etwas. Stimmt).

21:14 Uhr.
Bei Flaming höre ich ein Klingeln, das mich an Time von The Wall erinnert. Mit Pow R. Toc H. (was für ein Titel!) geht es ... animalisch weiter. Es ist echt witzig und beeindruckend, wie viel Pink Floyd schon zu hören ist. Hier ist besonders das Schlagzeug im Zusammenspiel mit ... der Orgel? auf. Da es keine Synthies gibt, muss das eine Orgel sein. Eigenartiges Finale, und Schluss.

Es folgt der einzige Song dieser Platte, der nicht von Syd Barrett geschrieben wurde: Take Up Thy Stethoscope And Walk.
Zuerst einmal: "Thy"? Okay, Roger, Roger. (*badumm-tss*) Mach du mal. Immerhin seid ihr Pink Floyd, ihr dürft alles. Auch Shakespeare nachahmen.
Ich mag, wie sich der Song immer weiter in sich selbst hineinsteigert, das Schlagzeug am Ende wirkt allerdings etwas, naja, plump.
Vinylknistern, ich muss umdrehen. Aber erst einmal durchatmen. Das war eine wirklich abwechslungsreiche, stimmige A-Seite.

21:31 Uhr.
Dann mal ran an das jetzt schon sehr cool klingende Stück Interstellar Overdrive. Der Titel sagt eigentlich schon, wie der Song klingt und erinnert an den ersten Titel der Platte.
Hier waren wahrscheinlich Drogen im Spiel, besonders im unstrukturierten "Mittelteil", bei dem alle Gitarren durcheinanderspielen. Ach, was rede ich da ... Pink Floyd und LSD? Wir passt das denn zusammen? Pff!

21:39 Uhr.
Mittlerweile habe ich mir die Info ergooglet, woher der Titel The Piper at the Gates of Dawn stammt: Der englische Kinderbuchklassiker "Der Wind in den Weiden" besitzt ein siebtes Kapitel mit dieser Überschrift. Darin geht es um eine Wasserratte und einen Maulwurf, die jemanden suchen und dabei der Religion begegnen. Passt also perfekt zu Pink Floyd.

21:40 Uhr.
The Gnome ist definitiv wie ein Kindersong, allerdings würde ich das niemals meinen Kindern vorspielen. Obwohl ... so jung können die noch gar kein Englisch.
Chapter 24 schließt sich dem übrigens an. Ich mag es, wie Syd Barrett das Wort "brings" rollt.

21:48 Uhr.
Hihi, The Bike kenne ich tatsächlich schon, zumindest kommt es mir sehr bekannt vor. Schön, dass es scheinbar so viele sehr eigenartige Fahrrad-Lieder gibt. (Siehe Bicycle Race von Queen).
Das anschließende Finale ist GAR NICHT creepy. Neinnein.

Puh. Ein Fazit fällt mir ehrlich gesagt schwer, darum:










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