The Piper At The Gates Of Dawn von Pink Floyd [Blindhören]

12:15 Jenny Karpe 0 Comments

1967.
Fassen wir es kurz: Heute sollte ich etwas einkaufen. Waschmittel, Erkältungsmedizin, Batterien, Brokkoli, Ingwer. Und nun, irgendwie bin ich in einen Elektronikladen gestolpert und ganz zufällig in der Vinylabteilung gelandet. Ich kann mir wirklich nicht erklären, wie das passieren konnte!
Jedenfalls liegt nun diese Platte hier und dreht sich. Während sie das tut, werde ich live darüber bloggen - danach hat der Post fertig zu sein.

21.00 Uhr.
Willkommen an Bord dieser Zeitmaschine! (Die ersten Takte der Platte spielen und haben mich sofort zu diesem Satz inspiriert). Obwohl sich dieser Blog eigentlich mit den 80ern und elektronischer Musik beschäftigt, widmen wir uns heute einem völlig anderen Jahr - 1967 - und einem anderen Genre - dem Psychadelic Rock.
Denn gerade läuft Astronomy Dominé, die erste Single des Debütalbums von Pink Floyd. Noch ganz ohne David Gilmour. Und trotzdem lassen sich jetzt schon einige Stilistiken erkennen, die später so typisch für Pink Floyd sein sollten. Gitarren, Drums, Piano ... von Synthies keine Spur, obwohl ich das meinen könnte.
Der Track klingt wie ein Auftakt zu einer Weltraumodyssee und könnte so oder so ähnlich auch zu Queen oder Genesis stammen ... gerade die Piano-Melodien und die Effekte erinnern mich daran.
Fun Fact: Das Intro war viele Jahre Titelmelodie des ARD-Brennpunkts, heute wird eine Variante davon verwendet.



21:03 Uhr.
Lucifer Sam klingt dank des Basses wie ein finsteres Kriminalthema, stimmlich geht es in die Richtung der Beatles ... was aus meiner Sicht besonders an der Qualität der Aufnahme liegt. Vermutlich erinnert mich Vieles aus dieser Zeit direkt an die Beatles. Eine kurze Recherche ergibt: Die Beatles waren zur selben Zeit wie Pink Floyd mit The Piper im berühmten Abbey Roads-Studio. Allerdings nahmen sie gerade Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band auf, was vermutlich das (für damalige Verhältnisse) komplette Gegenteil dazu ist.

Im Anschluss jedenfalls: Matilda Mother. Der Text steht hier ziemlich im Vordergrund, aber auch ein Gitarrensolo findet seinen Platz. Ich lese parallel Artikel über das Album und versuche zu verdrängen, wie alt es schon ist. Warum gibt es so etwas heute nicht mehr? Oder ... wo versteckt es sich? Wo sind diese wirren, teils ziemlich kindlich wirkenden Songtexte heute?
(Gut, ja, Bilderbuch macht so etwas. Stimmt).

21:14 Uhr.
Bei Flaming höre ich ein Klingeln, das mich an Time von The Wall erinnert. Mit Pow R. Toc H. (was für ein Titel!) geht es ... animalisch weiter. Es ist echt witzig und beeindruckend, wie viel Pink Floyd schon zu hören ist. Hier ist besonders das Schlagzeug im Zusammenspiel mit ... der Orgel? auf. Da es keine Synthies gibt, muss das eine Orgel sein. Eigenartiges Finale, und Schluss.

Es folgt der einzige Song dieser Platte, der nicht von Syd Barrett geschrieben wurde: Take Up Thy Stethoscope And Walk.
Zuerst einmal: "Thy"? Okay, Roger, Roger. (*badumm-tss*) Mach du mal. Immerhin seid ihr Pink Floyd, ihr dürft alles. Auch Shakespeare nachahmen.
Ich mag, wie sich der Song immer weiter in sich selbst hineinsteigert, das Schlagzeug am Ende wirkt allerdings etwas, naja, plump.
Vinylknistern, ich muss umdrehen. Aber erst einmal durchatmen. Das war eine wirklich abwechslungsreiche, stimmige A-Seite.

21:31 Uhr.
Dann mal ran an das jetzt schon sehr cool klingende Stück Interstellar Overdrive. Der Titel sagt eigentlich schon, wie der Song klingt und erinnert an den ersten Titel der Platte.
Hier waren wahrscheinlich Drogen im Spiel, besonders im unstrukturierten "Mittelteil", bei dem alle Gitarren durcheinanderspielen. Ach, was rede ich da ... Pink Floyd und LSD? Wir passt das denn zusammen? Pff!

21:39 Uhr.
Mittlerweile habe ich mir die Info ergooglet, woher der Titel The Piper at the Gates of Dawn stammt: Der englische Kinderbuchklassiker "Der Wind in den Weiden" besitzt ein siebtes Kapitel mit dieser Überschrift. Darin geht es um eine Wasserratte und einen Maulwurf, die jemanden suchen und dabei der Religion begegnen. Passt also perfekt zu Pink Floyd.

21:40 Uhr.
The Gnome ist definitiv wie ein Kindersong, allerdings würde ich das niemals meinen Kindern vorspielen. Obwohl ... so jung können die noch gar kein Englisch.
Chapter 24 schließt sich dem übrigens an. Ich mag es, wie Syd Barrett das Wort "brings" rollt.

21:48 Uhr.
Hihi, The Bike kenne ich tatsächlich schon, zumindest kommt es mir sehr bekannt vor. Schön, dass es scheinbar so viele sehr eigenartige Fahrrad-Lieder gibt. (Siehe Bicycle Race von Queen).
Das anschließende Finale ist GAR NICHT creepy. Neinnein.

Puh. Ein Fazit fällt mir ehrlich gesagt schwer, darum:










0 Kommentare: